Die Krönung einer starken Saison

Nils Müller

Von Nils Müller

Mo, 28. Mai 2018

Südbadenliga

Oberhausen setzt sich in der Relegation zur Südbadenliga der Handballer gegen den Lokalrivalen TB Kenzingen durch und steigt auf.

HANDBALL. Rückspiel in der Relegation zur Südbadenliga Männer: TB Kenzingen – TuS Oberhausen 27:24 (14:13). Die Hypothek aus dem Hinspiel war einfach zu groß: Trotz des Sieges steigt der TB Kenzingen in die Landesliga ab, während der TuS Oberhausen eine tolle Saison mit dem Aufstieg ins südbadische Oberhaus krönt.

Während rund 15 Minuten nach dem Abpfiff Spieler und Trainer des TuS Oberhausen ausgelassen den Aufstieg in die Südbadenliga feierten, saß Aurelijus Steponavicius noch immer niedergeschlagen auf der Wechselbank. In seinem letzten Spiel als Kenzinger Spielertrainer hatte Auri, wie er in Handballkreisen genannt wird, noch einmal alles gegeben – auf wie neben dem Platz. Weder sich noch den Gegner hatte der Litauer im alles entscheidenden Derby geschont, seine Mannschaft unermüdlich angetrieben, mit seinem Treffer zum 26:20 (50.) die 19:24-Hinspielniederlage egalisiert und so die Tür zum Klassenerhalt noch einmal weit aufgestoßen. "Wir wollten nicht auf die Anzeigetafel schauen und frei heraus Handball spielen", sagte Steponavicius nach dem Spiel. Teilweise, so der Kenzinger, sei das seinem Team auch gelungen.

Vor rund 1000 Zuschauern lieferten sich beide Mannschaften zu Beginn ein Spiel auf Augenhöhe. Mit dem 5:4 (12.) durch Benjamin Rollinger übernahm der TBK die Führung. Mehr als zwei Tore Vorsprung sprang für die Gastgeber allerdings nicht heraus. Oftmals spielte die Heimsieben ihre Angriffe nicht schnell und präzise genug aus oder scheiterte an Gästekeeper Lionel Gasser. Im zweiten Durchgang schaffte es Kenzingen mit Hilfe seines Keepers Eimantas Mikucionis, der einige gefährliche Situationen entschärfte, den Vorsprung auszubauen – bis zum vielumjubelten 26:20. Obwohl das Momentum auf Seiten der Gastgeber zu sein schien, taten sich die TBK-Werfer fortan schwer, Tore zu schießen. "Wir haben zu überhastet abgeschlossen und so das Spiel aus der Hand gegeben", meinte Steponavicius.

Vielleicht sei sich die TBK-Truppe nach der Sechs-Tore-Führung ihrer Sache zu sicher gewesen, vermutete auf der Gegenseite TuS-Trainer François Berthier, dessen Team mit drei schnellen Toren zwischen der 50. und der 55. Minute alles klar machte. In einer letzten Aktion versuchten es die Gastgeber noch einmal mit einem Wurf aus der zweiten Reihe, fanden aber ihren Meister in Gasser, ehe der Abpfiff den Kenzinger Abstieg besiegelte. "Das passt alles zu dem Spiel", kommentierte Stepanovicius, der den Grund für die Niederlage in der Gesamtabrechnung im Hinspiel sah. "Heute haben wir nochmal alles gegeben und die nötigen sechs Treffer rausgespielt, aber ein Handballspiel geht eben 60 Minuten und nicht 50." Berthier war nach dem Abpfiff sichtlich erleichtert: "Ich bin froh, das waren zwei sehr schwere Spiele." Es sei schade für Kenzingen, zeigte der gebürtige Franzose Mitgefühl mit dem Lokalrivalen. Aber so sei es nun mal im Sport: Freud und Leid lägen dicht beieinander – selten treffender verkörpert als in den Minuten nach dem Abpfiff des Relegationskrimis.

Tore TBK: Michelbach 8/2, Rasikevicius 5, Jäger 5/3, Steponavicius 3, Rollinger 2, Grieger 1, Rigl 1, Fedorov 1, Bablewski 1. Tore TuS: Heß 6, Köbele 5, Martinez 4/1, Freppel 4/1, Maurer 2, Zamolo 2, Metzger1.