Prickelndes Rauf-oder-runter-Derby

Felix Gieger und Nils Müller

Von Felix Gieger & Nils Müller

Fr, 18. Mai 2018

Südbadenliga

Die Handballer des TuS Oberhausen und des TB Kenzingen spielen in der Relegation um den letzten freien Platz der Südbadenliga.

HANDBALL. Während die meisten Handballmannschaften im Training momentan aus Lust und Laune bestenfalls Fußball spielen, liegt der Fokus bei den beiden Teams aus Kenzingen und Oberhausen mehr denn je auf Handball. Denn die restlichen zwei Spiele der Saison entscheiden darüber, wie diese zu bewerten ist. Darf man nächstes Jahr in der Südbadenliga spielen? Oder muss man in der Landesliga auf Torejagd gehen? Der TB Kenzingen und der TuS Oberhausen treffen in der entscheidenden Relegationsrunde aufeinander. Das erste Spiel steigt am Sonntag, 18 Uhr, in der Rheinmatthalle, das Rückspiel am darauffolgenden Freitag, 20 Uhr, in der Kenzinger Üsenberghalle.

Kenzingen kennt den Druck
"Wir wissen, was uns erwartet", sagt Kenzingens Coach Aurelijus Steponavicius mit Blick auf die erste Partie am Sonntag in Oberhausen – und das aus mehrfacher Hinsicht. Denn nicht nur der Gegner aus der Nachbarschaft ist bekannt. Auch die Drucksituation Relegation ist dem Trainer, dessen Zeit in Kenzingen stilecht mit zwei Derbys endet, aus der vergangenen Saison bekannt und in guter Erinnerung. Eine Prognose zum Ausgang wagt Steponavicius nicht. "Die Mannschaften sind sehr ähnlich vom Niveau und haben beide genug Erfahrung – aber wir wollen natürlich gewinnen", sagt Auri.

Einen kleinen psychologischen Vorteil sieht er jedoch bei Oberhausen, die eine starke Saison gespielt haben und aufsteigen können, während der TBK aufgrund einer schwachen Rückrunde in der Relegation den Abstieg vermeiden muss. Doch überbewerten sollte man das nicht, in den letzten Partien der Saison zeigten die Kenzinger gute Leistungen und verpassten den direkten Klassenerhalt am Ende nur knapp. Personell sieht es im Lager des TBK unverändert aus. Tobias Hüglin und Sandro Winkler fallen nach wie vor aus, alle anderen sind aber fit und hochmotiviert für die beiden Entscheidungsspiele. Die Zuschauer dürfen sich also zum Abschluss der Saison auf zwei Highlights im Breisgau einstellen.

Oberhausen setzt auf Heimstärke
Zu Hause ist der TuS Oberhausen eine Macht: Elf der 13 Heimspiele in der Saison 2017/18 gewann die Mannschaft von Trainer Francois Berthier. Eine Niederlage in der Rheinmatthalle gab’s nur gegen den Meister HSG Freiburg. Gegen den SV Ohlsbach, der sich in der ersten Runde der Aufstiegsrelegation als ebenbürtiger Gegner präsentiert hatte, bewies der TuS, dass er seine Heimstärke auch in besonderen Spielen abrufen kann. Nun will der TuS gegen Kenzingen gleich mal mit einem klaren Sieg starten. "Wir wollen zu Hause auf jeden Fall dominieren", sagt TuS-Teammanager Wendelin Ansel. "Das Ziel ist es, zu gewinnen – am besten mit drei, vier Toren Abstand."

Dass der TuS zwei kräftezehrende Spiele hinter sich hat, könne hingegen dem TBK in die Karten spielen, glaubt Ansel. "Allerdings entstehen bei ihnen auch Löcher, wenn sie mit ihrem recht kleinen Kader an die Leistungsgrenze gehen müssen." Eine Prognose will niemand beim TuS abgeben – auch, weil aufgrund einiger Verletzungen noch nicht feststeht, wie der Kader am Sonntag aussieht.