Handball-EM in Kroatien

Deutschland gewinnt gegen Tschechien mit 22:19

sid

Von sid

Fr, 19. Januar 2018 um 20:47 Uhr

Nationalmannschaft

Die deutschen Handballer haben zum EM-Hauptrundenstart gegen Außenseiter Tschechien einen mühevollen 22:19 (9:10)-Pflichtsieg gefeiert.

Für den angestrebten Einzug ins Halbfinale ist aber eine weitere Leistungssteigerung erforderlich. Der bärenstarke Silvio Heinevetter brüllte seine Freude heraus, der treffsichere Steffen Fäth nahm mit einem Lächeln die Auszeichnung zum Spieler des Spiels entgegen: Nach dem mühevollen 22:19 (9:10)-Pflichtsieg zum EM-Hauptrundenstart gegen Außenseiter Tschechien machten sich bei den lange Zeit verunsicherten deutschen Handballern Erleichterung und Freude breit.

"Das war ein absoluter Kampf heute. Zum Glück hat es am Ende gereicht. Wir stehen natürlich unter Druck, weil wir jedes Spiel gewinnen müssen", sagte der Berliner Fäth, der mit acht Treffern überzeugte, im ZDF. Neben Fäth war das überragende Torhüter-Duo Heinevetter/Andreas Wolff ausschlaggebend für den Erfolg, der gebührend gefeiert wurde. "Wir gegen jetzt das ein oder andere Bier trinken und essen so viel ungesundes Fleisch wie möglich", sagte DHB-Vizepräsident Bob Hanning.

Die Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB) wahrte durch den Sieg ihre Halbfinalchance. Nächster Gegner der Mannschaft von Bundestrainer Christian Prokop ist am Sonntag (18.15 Uhr/ARD) Olympiasieger Dänemark. Zum Abschluss der Hauptrunde geht es am Mittwoch (20.30 Uhr/ZDF) gegen Vize-Europameister Spanien. Eine Leistungssteigerung des Titelverteidigers ist dabei zwingend erforderlich.

"Es ist eine Verunsicherung zu spüren", sagte Kapitän Uwe Gensheimer: "Es ist aber Potenzial da." Das sieht auch Prokop so. "Wir machen zu viele technische Fehler. Das Nervenkostüm hat geflattert", sagte der Bundestrainer.

"Wir müssen jetzt liefern, ohne Diskussion", hatte Hanning nach den Enttäuschungen gegen Slowenien und Mazedonien (beide 25:25) erklärt. Prokop wirbelte sein Team dafür gehörig durcheinander. Heinevetter begann erstmals im Tor, im Rückraum durften Fäth, Paul Drux und Kai Häfner ran.

Doch mit Ausnahme von Fäth ließ das deutsche Offensivspiel wieder viele Wünsche offen. Fehlwürfe, schlechte Anspiele, viel zu wenig Druck – das Angriffsspiel wirkte uninspiriert und verunsichert. Bestes Beispiel war der wurfgewaltige Julius Kühn. Nach 14 Minuten schickte Prokop ihn aufs Feld, nach zwei Fehlwürfen und einem schwachen Zuspiel musste der Melsunger zurück auf die Bank.

Die Folge der schwachen Offensivleistung war nach einer 7:5-Führung (15.) ein 8:10-Rückstand (26.). Einzig der gute Heinevetter und die insgesamt ordentliche Abwehrleistung hielten die DHB-Auswahl gegen einen Gegner mit begrenzten Möglichkeiten im Spiel.

Die mit neun Europameistern gespickten Bad Boys wirkten aber gehemmt. Dem Spiel des Olympiadritten mangelte es an Selbstvertrauen. "Außer Steffen Fäth kommen wir mit viel zu wenig Schwung. Das ist viel zu leicht für die tschechische Abwehr", sagte Gensheimer nach enttäuschenden 30 Minuten gegen einen biederen Gegner.

Auch nach dem Wechsel bot sich das gleiche Bild. Selbst Gensheimer ließ freistehend beste Möglichkeiten ungenutzt. Heinevetter hielt die DHB-Auswahl mit seinen Paraden aber im Spiel.