Fünf Tore sind eine Ansage

Felix Gieger

Von Felix Gieger

Di, 22. Mai 2018

Südbadenliga

Oberhausens Handballer gewinnen das Hinspiel der Südbadenliga-Relegation gegen Kenzingen klar.

HANDBALL. Hinspiel in der Relegation zur Südbadenliga Männer: TuS Oberhausen – TB Kenzingen 24:19 (12:9). Pfingstsonntag, kurz vor 18 Uhr in der Nähe der Rheinhausener Rheinmatthalle. In den angrenzenden Straßenzügen sind Parkplätze sind Mangelware, Menschen laufen aus allen Richtungen zur Halle. Der Grund ist klar. In wenigen Minuten beginnt das Relegationsspiel um den letzten freien Platz in der Südbadenliga zwischen den Gastgebern des TuS Oberhausen und dem Lokalkonkurrenten TB Kenzingen. Auch in der Halle selbst herrscht kontrolliertes Chaos. Der Andrang ist groß, einige der etwa 800 Zuschauer müssen stehen und verwandeln die Halle schon vor dem Anpfiff in einen Hexenkessel.

Ob es die beeindruckende Kulisse war, die die Nervosität der Gäste gerade in der Anfangsphase erklärt? Der bisherige Südbadenligist Kenzingen verschlief die ersten Minuten des Derbys komplett. Schon nach zwölf Minuten flog beim Stand von 5:2 für den TuS die grüne Auszeitkarte des TBK auf den Zeitnehmertisch. Das Timeout fruchtete zunächst nicht. Stattdessen zogen die Hausherren davon, lagen zwischenzeitlich mit sieben Toren vorne (11:4). Zu verdanken hatten sie das vor allem Keeper Lionel Gasser. Von Minute eins an war der Schlussmann voll da, entschärfte zahllose Großchancen, darunter insgesamt vier Siebenmeter, brachte sein Team früh auf die Siegerstraße – und die Halle zum Kochen.

Steponavicius fordert "mehr Köpfchen, nicht nur Bizeps"

"Wir haben am Anfang mit angezogener Handbremse gespielt", konstatierte ein nicht zufriedener TBK-Coach Aurelijus Steponavicius nach dem Spiel. Zwar kam sein Team von der 20. Minute an besser ins Spiel. Doch eine extrem schwache Chancenverwertung und "zu viele technische Fehler" (Steponavicius) erschwerten die Bemühungen zur Aufholjagd und zwangen dazu, 60 Minuten lang einem Rückstand hinterher zu laufen.

Zufrieden mit dem Auftritt seiner Mannschaft war aber auch sein Gegenüber nicht. "Wir haben zu viele dumme Fehler gemacht und nicht gut gespielt", sagte TuS-Trainer Francois Berthier. Doch da sein Team seine Chancen deutlich besser nutzte als die Gäste und in Lionel Gasser den überragenden Akteur der Partie in seinen Reihen hatte, gelang es am Ende, in einem körperlich geführten Derby die Oberhand zu behalten.

"Wir müssen mehr mit Köpfchen spielen, nicht nur mit dem Bizeps", forderte Steponavicius für das Rückspiel am kommenden Freitag, 20 Uhr. In diesem haben die Oberhausener nun das besser Blatt auf der Hand. "Aber wir müssen besser spielen", forderte Berthier. Denn entschieden ist trotz Halbzeitführung für den TuS in der Relegation noch nichts. Dementsprechend verhalten fiel auch der Jubel der Spieler des Landesliga-Vizemeisters aus. Noch trennen sie 60 Minuten von ihrem großen Ziel. "Wir haben jetzt nichts mehr zu verlieren", gab sich aber auch Steponavicius kämpferisch.

Egal wie es am Freitag ausgehen mag. Die Anwohner im Umkreis der Kenzinger Üsenberghalle sollten sich auf erhöhtes Verkaufsaufkommen gefasst machen.

Tore TuS: Köbele 5, Freppel 5, Martinez 4/1, Maurer 3, Stoeffler 2, Zamolo 2, Heß 2, Kölbin 1. Tore TBK: Rasikevicius 7, Michelbach 4, Jäger 2/1, Rollinger 2/1, Fedorov 2, Bablewski 1, Steponavicius 1.