Handball

TV-Ärger drückt auf die Stimmung

sid

Von sid

Di, 03. Januar 2017

Nationalmannschaft

Handballer starten in heiße Phase der WM-Vorbereitung / Bewegtbilder im Bezahlfernsehen?.

KREFELD (sid). Den Jahreswechsel durften die deutschen Handballer noch einmal bei ihren Familien verbringen, doch mit der Ruhe ist es nun vorbei. Bundestrainer Dagur Sigurdsson empfing seine Spieler am Montag im Sport-Zentrum Kamen-Kaiserau zur heißen Phase der WM-Vorbereitung. Die Stimmung vor dem ersten Test am Dienstag (18.30 Uhr/Sky) in Krefeld gegen Rumänien war beim Europameister allerdings getrübt. Denn noch immer gibt es im Ärger um die TV-Übertragung der WM in Frankreich keine Lösung. "Das ist eigentlich eine Katastrophe. Es ist einfach schade – für die Fans und für uns", sagte Kapitän Uwe Gensheimer. Für Sigurdsson ist die immer noch ungeklärte Situation ein "großes Problem", für Patrick Groetzki eine "beschissene Situation".

Doch noch besteht Hoffnung, nachdem die Verhandlungen der öffentlich-rechtlichen Sender mit Rechteinhaber "beIN Sports" gescheitert waren. Einen TV-Blackout wird es nach Informationen des Sportinformationsdienstes (SID) nicht geben, entsprechende Gespräche stünden kurz vor dem Abschluss. "Ich bin guter Hoffnung, dass wir am Ende in Deutschland Bewegtbilder von der WM bekommen werden", sagte Verbandspräsident Andreas Michelmann. Bezahlsender Sky scheint die besten Karten im Rechtepoker zu haben. Schon bei der WM 2015 in Doha/Katar war Sky kurzfristig eingesprungen. Inzwischen zog sich auch die Perform Group mit ihrem Livesport-Streamingdienst DAZN und Sportdeutschland.tv aus den Verhandlungen zurück. "Solange die Rechte in Deutschland nicht offiziell vergeben sind, bemühen wir uns weiter darum, den deutschen Handball-Fans dieses Ereignis präsentieren zu können", sagte Sportdeutschland.tv-Geschäftsführer Björn Beinhauer dem SID: "Aktuell sind aber auch wir leider raus."

Unabhängig von der medialen Aufmerksamkeit wollen die "Bad Boys" Sigurdsson bei der WM ein passendes Abschiedsgeschenk machen. Der Grundstein für ein erfolgreiches Turnier (11. bis 29. Januar) soll in den Länderspielen gegen den viermaligen Weltmeister Rumänien und gegen Österreich (9. Januar) in Kassel gelegt werden. "Es sind wichtige Tests, um ins Rollen zu kommen", sagte Sigurdsson, der nach der WM nach Japan wechseln wird. Angesichts einiger Absagen von Leistungsträgern wie Steffen Weinhold wartet bis zum WM-Auftakt gegen Ungarn (13. Januar) noch Arbeit auf Sigurdsson. "Wir müssen unseren Rhythmus finden und unser Spiel auf die Beine bekommen", so der Isländer. In Kaiserau geht es nun vor allem um Feinheiten im taktischen Bereich.

Die Begegnungen mit den nicht für die Weltmeisterschaft qualifizierten Rumänen und Österreichern werden für die 18 Spieler des vorläufigen WM-Aufgebots des Olympia-Dritten auch zum Casting. Sigurdsson muss noch zwei Profis seines Kaders streichen. Sorgen aufgrund der zahlreichen Ausfälle macht er sich nicht: "Das ist kein Neuland für uns, das ist Realität. Oft waren wir schlechter besetzt."