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18. September 2008

TV Grenzach sieht sich gut aufgestellt

Regionalliga-Handballerinnen erwarten zum Saisonstart Zweitliga-Absteiger VfL Waiblingen / Sechs Neuzugänge

  1. Dringt wieder in den Torraum des Gegners ein: Die Grenzacher Spielmacherin Marija Grdic hat ihre Verletzung überstanden. Foto: Meinrad schön

HANDBALL Mit einem Heimspiel gegen den Zweitbundesliga-Rückkehrer Vfl Waiblingen starten die Handballerinnen des TV Grenzach in der Zielmattenhalle am kommenden Samstag (Anpfiff 19.30 Uhr) in die neue Regionalliga-Saison 2008/2009. Bewerkstelligen wollen sie dies mit einem Kader von 15 Spielerinnen, darunter einem halben Dutzend Neuzugängen. Damit sehen sich die Verantwortlichen gut aufgestellt, qualitativ wie quantitativ.

Allerdings ist die personelle Situation bei den Grenzacherinnen alles andere als ungetrübt. Pünktlich zum Rundenauftakt stellten sich erneut mehrere schwere Verletzungen ein. So zog sich Stephanie Jung einen Kreuzbandriss im Knie zu und wird mindestens ein halbes Jahr lang ausfallen. Ähnliches gilt für Bettina Gabbert, die demnächst an der Wurfschulter operiert wird, und ebenfalls etliche Zeit nicht zur Verfügung steht. Unklar ist die Situation bei Jelena Schneider-Les, deren Bänderverletzung am Knie noch nicht eindeutig diagnostiziert werden konnte.

Davon abhängig ist nach Angaben von Michael Matschenz, der gemeinsam mit Patrice Kaufmann nun wieder als Trainer fungiert, ob das neue französische Moment beim TVG noch weiteren Zuwachs erfährt. Eventuell werde man die aus Marseille stammende Marion Fémel verpflichten, die zuletzt im Training getestet wurde. Gleichwohl freut sich Matschenz auf die neue Saison. "Wir haben einen interessanten Kader, mit dem wir uns nicht verstecken müssen", ist er sich sicher.

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Mit der Vorbereitung zeigt sich Matschenz nur bedingt zufrieden. "Es gab Licht und Schatten." Dies ist aufgrund des umfangreichen Personalwechsels auch nicht anders zu erwarten. "Noch läuft es nicht überall rund, gibt es Probleme in der Abstimmung und sind die Abläufe nicht automatisiert." Im Spiel fehle es vor allem an der nötigen Konstanz. So gab es in Testspielen Phasen, etwa gegen Zweitligist SV Allensbach, in denen die Grenzacherinnen "richtig gut Paroli geboten" oder dem Gegner sogar "den eigenen Stil aufgedrängt" hätten. Matschenz: "Unser Kader besitzt ein Riesenpotenzial und ist wesentlich stärker und variabler als zuletzt." Jetzt gelte es, "aus vielen guten Individualistinnen eine starke Einheit zu formen".

Neu in der Liga sind die Aufsteiger Ketsch II, Markranstädt II, Regensburg und Leutershausen. Hinzu kommt Waiblingen, das einen starken Aderlass mit jeweils zehn Ab- und Zugängen hatte. "Wir müssen dieses Team sehr ernst nehmen", warnt Matschenz. "Waiblingen ist ein alteingesessener Gegner mit Bundesligaerfahrung und stets vielen jungen Spielerinnen, die technisch stark und hochmotiviert sind." Und da die Grenzacherinnen zu Saisonbeginn drei schwere Auswärtsspiele in Thüringen und Sachsen bestreiten müssen, sei ein guter Start mit einem Heimsieg besonders wichtig.

Den deutschen Handball erwartet ein tiefgreifender Ligen-Umbau


Dies umso mehr, als die Regionalliga Süd nach ihrem zweijährigen Umbau mit vermehrtem Abstieg stärker und ausgeglichener erscheint. Und die nächste, noch deutlich tiefgreifendere Umbauphase, zeichnet sich bereits ab. Denn in drei Jahren soll es statt zwei nur noch eine 2. Bundesliga geben und die Regionalligen von fünf auf vier reduziert werden. Da dürfte spätestens in der übernächsten Saison mit einem beinharten Ausscheidungskampf und Verdrängungswettbewerb zu rechnen sein – zu Lasten kleinerer Vereine wie Grenzach. "Darauf müssen wir uns schon jetzt einstellen", sagt Matschenz.

Kader: Tor: Simone Allemann, Camille Mark, Ann-Christin Ponick. Feld: Antje Bauer, Anett Belsö, Bettina Gabbert, Marija Grdic, Stephanie Jung, Leona Lendic, Marion Maric, Claudia Martello, Laura Puodziunaite, Jelena Schneider-Les, Fatoumata Tounkara, Tatjana Weitner.

Zugänge: Camille Mark (HC Kingersheim/ Frankreich), Ann-Christin Ponick (THC Erfurt/ Langensalza), Antje Bauer (DJK Marpingen), Leona Lendic (VfL Waiblingen/Kroatien), Claudia Martello (SV Allensbach/Italien), Fatoumata Tounkara (Paris-Ivry/Frankreich).

Abgänge: Mandy Bartold, Alexandra Wittler (beide Karriereende), Lina Spalviene (Ziel unbekannt), Simona Laurito (inaktiv), Sabrina Gruber (inaktiv/evtl. 2. Mannschaft), Sabine Glatt (2. Mannschaft).

Autor: Jochen Dippel