Randsportarten

15 Deutsche Champions, die kaum einer kennt

sid/str

Von sid & Andreas Strepenick

Mi, 27. Dezember 2017 um 00:02 Uhr

Sonstige Sportarten

Die Tauzieher aus Böllen im Schwarzwald, Faustballerinnen aus Schneverdingen, Indiaca-Cracks aus Bayreuth und das beste Quidditch-Team: all das sind deutsche Meister 2017. Eine Übersicht.

Dass Bayern München auch 2017 deutscher Fußball-Meister wurde, dürfte bekannt sein, und ebenfalls, dass die Rhein-Neckar Löwen im Handball triumphierten. Es gibt allerdings auch Meister, sogar Weltmeister, die kaum jemand kennt – oder mit denen nur Eingeweihte etwas anfangen können. Champions des Jahres 2017 – eine kleine Übersicht.

Australian Football: "Aussie Rules" (oder "Footy") ist der populärste Sport in Australien. Die dominierende Mannschaft in Deutschland sind die Munich Kangaroos, sie verloren allerdings das Finale 2017 gegen die Berlin Crocodiles.

Baseball: Es gab die Ära der Mannheim Tornados (10 Titel), die der Paderborn Untouchables (6 Titel) und die der Legionäre Regensburg (5 Titel). 2017 gewannen die Heidenheim Heideköpfe zum zweiten Mal nach 2015. Frauen-Champion (im Softball): Mannheim Tornados.

Bowling: Nach fünf Titeln in Serie wurde Finale Kassel in diesem Jahr von Easy Bowling Berlin als Mannschaftsmeister abgelöst. Bei den Frauen gewann der BV 77 Frankfurt zum zwölften Mal seit 1996 und zog damit mit Rekordmeister NSF Berlin gleich.

Cricket: Deutsche Meisterschaften werden tatsächlich schon seit 1990 ausgetragen, achtmal erfolgreich war der Sports und Social Club Berlin. Meister wurden im vergangenen Oktober allerdings die Blackcaps aus Düsseldorf.

Einradhockey: Hockey auf dem Einrad wird in der Halle und vorwiegend in Hessen und Nordrhein-Westfalen gespielt. Meister des Jahres 2017 nach 29 Spieltagen und 69 gespielten Turnieren: Die SKV Mörfelden Joker (vor SKV Mörfelden Gallier).

Eisstockschießen: Die amtierenden Meister in diesem spannenden Mannschaftsspiel (auf Eisbahnen) sind der EC Passau-Neustift (Männer) und der TSV Kühbach (Frauen). Titelträger auf den Sommerbahnen sind ebenfalls der EC Passau-Neustift (Männer) und der FC Neunburg v. Wald (Frauen).

Faustball: Nach sieben Titeln für den TSV Pfungstadt gewannen die Männer vom VfK 1901 Berlin den Titel. Bei den Frauen gewann der TV Jahn Schneverdingen. Übrigens: Deutschland ist bei Frauen und Männern amtierender Faustball-Weltmeister.

Football: Deutscher Meister sind die Schwäbisch Hall Unicorns, die sich im Finale gegen den Rekordchampion Braunschweig Lions 14:13 durchsetzten. Beide Teams hätten gegen den College-Meister der USA freilich keine Chance. Frauenmeister sind die Berlin Kobra Ladies.

Futsal: Seit 2006 wird jedes Jahr ein Turnier zur Ermittlung des deutschen Meisters ausgetragen. Den Titel 2017 gewann die Mannschaft von Jahn Regensburg. Davor war Rekordchampion Hamburg Panthers vier Mal in fünf Jahren erfolgreich gewesen.

Indiaca: Rückschlagspiel mit südamerikanischen Wurzeln. Deutsche Meisterschaften werden bereits seit 1988 ausgetragen, die aktuellen Titelträger sind der CVJM Kamen (Männer), CVJM Bindlach (Mixed) und CVJM Bayreuth (Frauen). Deutschland ist auch Weltmeister.

Korfball: "Korf", niederländisch für Korb, wird gespielt von Teams mit jeweils vier Frauen und Männern. Den Titel des Jahres 2017 gewann SG Pegasus Rommerscheid ’91. Deutscher Meister im von Frauen gespielten Korbball ist in diesem Jahr der TSV Bergrheinfeld.

Lacrosse: Rund 50 Vereine betreiben in Deutschland die (neben Eishockey) zweite kanadische Nationalsportart. Die Endspiele um die deutsche Meisterschaft des Jahres 2017 gewannen KKHT Schwarz-Weiß Köln bei den Männern und HTHC Hamburg bei den Frauen.

Quidditch: Der Sport aus "Harry Potter" hat es in der Tat in die Muggel-Welt geschafft. Entwickelt wurde er im Jahr 2005 von zwei Studenten aus den USA für gemischtgeschlechtliche Teams. Die zweite deutsche Meisterschaft gewannen 2017 die Three River Dragons aus Passau.

Schach: Früher dominierte der FC Bayern München die Bundesliga. Ausgenommen 2016 (SG Solingen) siegte seit 2006 bei den Männern die OSG Baden-Baden – deren ebenfalls seit Jahren dominierendes Frauen-Team wurde 2017 vom SK Schwäbisch Hall abgelöst.

Tauziehen: Ja, zwischen 1900 und 1920 war die Sportart tatsächlich Teil des Programms der Olympischen Spiele. Das ist zwar schon ein Weilchen her, aber starke Tauzieher gibt’s immer noch. Platz eins in der Bundesliga (Gewichtsklasse 640 Kilogramm für die acht Ziehenden pro Mannschaft) belegten 2017 die Tauziehfreunde Böllen aus dem Südschwarzwald.