Abstiegskampf bleibt offen

Matthias Kaufhold

Von Matthias Kaufhold

Mo, 15. Januar 2018

Schießen

Die Freiburger Bogenschützen reagieren nervenstark auf einen Rückschlag beim Heimwettkampf.

BOGENSCHIESSEN. In der Teninger Ludwig-Jahn-Halle herrscht bekanntlich ein strenges Rauchverbot. Doch am Samstag Nachmittag schien man unterhalb der Tribüne die Schwaden über dem Haupt von Martin Cornils förmlich aufsteigen sehen. Der Ärger des Freiburger Trainers war so kurz nach dem Heimwettkampf der Bogenschützen in der ersten Bundesliga Süd noch nicht verraucht. "So darfst du nicht schießen", urteilte Cornils messerscharf. "Wir hatten einen echten Einbruch und hätten sie schlagen müssen."

Sie. Das waren die Bogenschützen der Schützengilde (SGi) Ditzingen, die an diesem Tag in ihren sieben Duellen sechs Niederlagen kassierten und nur einmal gewannen – ausgerechnet gegen die Gastgeber von der Schützengesellschaft (SG) Freiburg, die damit eine gute Gelegenheit verstreichen ließen, in der Tabelle von den beiden Abstiegsplätzen wegzukommen. Zwei 54er und zwei 55er Serien führten im Vergleich mit Ditzingen neben einer 56 bei maximal 60 möglichen Ringen zu einer 3:7-Niederlage – "zur falschen Zeit die schlechteste Leistung des Tages", fasste Cornils zusammen.

Es war die fünfte von insgesamt sieben Runden in der Ludwig-Jahn-Halle, wo die acht Mannschaften der Bundesliga Süd nach dem bewährten Modus jeder gegen jeden ihre Recurvebögen für den dritten von insgesamt vier Saisonwettkämpfen spannten. Und es war der Moment, in dem die Anzeigetafel über den Scheiben ausfiel. Die rund 200 Zuschauer auf der Tribüne konnten die Ringzahlen mit bloßem Auge fortan nur noch erahnen, abgesehen von jenem ausgewählten Rundenduell, das auf zwei Großbildleinwänden übertragen wurde. "Schade, dadurch fehlte am Ende etwas die Stimmung und Spannung", bilanzierte der für Welzheim schießende Weltklasseschütze Jeff Henckels aus Luxemburg . Den rührigen Organisatoren von der SG Freiburg und dem BSV Teningen ist hier kein Vorwurf zu machen. Die wacklige Zählanlage stellte der Deutsche Schützenbund zur Verfügung.

Trotz des Aussetzers behielt die SG Freiburg in Ruhe den Durchblick – und Cornils taktisches Geschick. Für Eike Jacob, der sehr gut begonnen hatte, dann aber bei seinen langen Haltezeiten am Bogen etwas den Rhythmus verlor, setzte der Freiburger Trainer die junge Nicola Koch an Position zwei ins SG-Trio. Für Jakob rückte Chrstoph Häßler auf die Startposition vor. "Das hat mir noch mal einen Kick gegeben", bekannte der aus Teningen stammende Häßler, "bei diesem Sport ist halt vieles Kopfsache."

Und so kam die neu formierte Freiburger Mannschaft im vorletzten Duell gegen den südbadischen Konkurrenten aus Villingen zu ihrem einzigen Tagessieg (6:2). Vor allem der Schweizer Adrian Faber überzeugte hier mit Zehnerserien auf der Schlussposition, die zumeist den größten Druck aushalten muss. Beim 5:5-Unentschieden gegen Ebersberg vergab Faber mit einer Neun beim finalen Schuss den möglichen Sieg, beim vierten Punktgewinn gegen Neumarkt holten die Freiburger einen 1:5-Rückstand auf (5:5).

Mit der Tagesbilanz von 4:10-Punkten reichten die Gastgeber zwar den letzten Tabellenplatz in der Gesamtwertung an Ditzingen weiter, doch es wäre für den Aufsteiger eben mehr möglich gewesen. "In der Tabelle hat sich nicht viel getan, es bleibt in Sachen Abstieg spannend bis zum Schluss", sagte Cornils vorausblickend auf das Ligafinale in vier Wochen in Welzheim. Zwischen Platz fünf und acht ist für die Freiburger weiter alles drin. Und mit ein paar Minuten Abstand sah der Trainer die Sache wieder nüchterner als zuvor: "Es war kein schlechter Wettkampf", so Cornils, "wir hätten hier und da nur etwas mehr Glück haben dürfen".

Freiburger Bilanz beim Heimwettkampf:

SG Freiburg – SGI Welzheim 2:6, Freiburg – FSG Tacherting 0:6, Freiburg – BS Neumarkt 5:5, Freiburg – BSB Ebersberg 5:5, Freiburg – SGi Ditzingen 3:7, Freiburg – BC Villingen-Schw. 6:2, Freiburg – SSG Östringen 2:6.

Bildergalerie rund um den Wettkampf unter mehr.bz/bogenbundesliga2018