Ringer-Bundesliga

Adelhausens Trainer Florian Philipp: "Wir gehören zu den Besten"

Uwe Rogowski

Von Uwe Rogowski

Mi, 05. September 2018 um 10:26 Uhr

Ringen

Der TuS Adelhausen wird hoch gehandelt vor Beginn der Bundesliga-Saison. Der bereits meisterfähige Kader wurde niveauvoll ergänzt. Jetzt oder nie? Uwe Rogowski sprach mit Trainer Florian Philipp.

BZ: Herr Philipp, Sie gelten als ringerverrückt. Ein Leben ohne Ringen ist möglich, aber sinnlos?
Philipp: Genau so kann man es sagen. Ich mache es, seit ich viereinhalb bin. Es ist im Grunde nicht mehr vorstellbar für mich, nicht in die Ringerhalle zu gehen und auf eine Matte zu laufen.

BZ: Die ringerlose Zeit ist vorbei. Was haben Sie, außer Ihrer Arbeit nachzugehen, so lange gemacht?
Philipp: Ringerlos? Es ging ja gleich nach dem verlorenen Halbfinale weiter. Da haben wir noch auf der Rückfahrt die ersten Unterschriften für die neue Saison geholt. Da wir als Halbfinalist spät dran waren, mussten wir nahtlos übergehen mit der Planung. Und als die abgeschlossen war, begann die Vorbereitung.

BZ: Nach dem hohen Sieg im Hinkampf, und dem doch knapp verpassten Finaleinzug im Januar gegen Köllerbach: Kann der Kader jetzt für die Meisterschaft reichen?
Philipp: Er konnte es letzte Saison schon, und, ja, er kann es auch diese Saison. Wir gehören sicherlich vom Kader her zu den besten Mannschaften. Damit es reicht, muss aber alles zusammenspielen. Ich sage es oft: Es bleibt Sport. Es gibt verschiedenste Einflussfaktoren, eine Garantie bekomme ich keine, auch nicht gekauft. Selbst Frankfurt gewinnt im Fußball eben im Pokalfinale mal gegen Bayern.

BZ: Stichwort neues Punktesystem: Jeder Ringer bekommt Punkte je nach Status wie Eigengewächs oder Olympia-Athlet. 28 Punkte in der Summe dürfen ringen. Ein Problem für den TuS?
Philipp: Nein, da sind wir entspannt, wir haben uns dem System angepasst. Wir haben eine sehr gute Jugendarbeit, also Ringer, die vor dem 18. Lebensjahr dem Verein vier Jahre angehört haben. Obwohl es Härtefälle gab, wie Zoheir El Quarrage, den wir weinenden Auges abgeben mussten.

BZ: Wem im Kader kommen tragende Rollen zu?
Philipp: Ich verteile nicht gerne Mannschaftsführerrollen wie im Fußball. Aber die Sportler, die von auswärts kommen, schon länger Bundesliga ringen, wie ein Peter Öhler oder die Hardt-Brüder, da erwarten wir natürlich eine andere Garantie, als bei den Jüngeren.

"Die Erste das Flaggschiff." Florian Philipp
BZ: Was ist für eine Fluktuation mit der Reserve geplant?
Philipp: Wir haben es dieses Jahr intern geklärt. Wir haben die Regionalliga lange beherrscht, haben die Zweite unterstützt. Sie hat weiter einen hohen Stellenwert, aber es geht diesmal darum, alles gemeinsam für die Erste zu investieren. Die Zweite ist die Zweite, die Erste das Flaggschiff.

BZ: Das heißt?
Philipp: Jeder bei uns in der Regionalliga muss damit rechnen, aus taktischen Gründen in der Bundesliga eingesetzt zu werden. Im Grunde bis zu den Älteren in der Jugend kommunizieren wir: "Hey, Leute, es kann jede Woche passieren, dass ihr dabei seid."

BZ: Mit Hausen-Zell gibt es nun nahe Konkurrenz. Ihr Eindruck?
Philipp: Ihre Aussage, dass sie sich dem Bundesliga-Niveau anpassen möchten, finde ich gut. Respekt auch, dass sie das Spiel nicht mitgemacht haben und aufgestiegen sind. Ich weiß aus Erfahrung, dass es hinter dem Grendel eine verschworene Gemeinschaft gibt, ich glaube, dass sie mit Teamgeist etwas erreichen können. Vielleicht haben sie nicht das stärkste Team, wer aber glaubt, dort mal so Punkte mitzunehmen, wird sich wundern.

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