AUFSTEIGER: "Den ganzen Spieltag mit Brunhilde rumlaufen"

Aufgezeichnet: Jakob Schönhagen

Von Aufgezeichnet: Jakob Schönhagen

Do, 28. Juni 2018

Badminton

Bezirksliga-Aufstieg, Landesliga-Durchmarsch: Die SG Eimeldingen/Weil spielt nun Badminton-Verbandsliga / Der Kapitän blickt zurück.

In einer Serie porträtieren wir die Aufsteiger im Amateursport. Heute: die SG Eimeldingen/Weil – Aufsteiger in die Badminton-Verbandsliga. Nur zwei Jahre ist es her, dass sie sich in Eimeldingen und Weil für eine Spielgemeinschaft einsetzten – seitdem geht es nach oben. Erst durch die Bezirksliga, nun der Durchmarsch in der Landesliga mit elf Siegen aus 14 Partien. Ab Herbst spielt das Team um Ex-Nationaltrainer Günther Huber Verbandsliga. Pascal Schmidt lässt die Saison Revue passieren.

Welcher Satz fasst die Saison am besten zusammen?
Vom "Nichtabstiegsgespenst-", zur "Wirbleibendrin-" und dann zur "Landesligameistergruppe." Wir mussten unsere Whatsapp-Gruppe dreimal umbenennen. Ursprünglich war unser Ziel ja der Klassenerhalt.
Mannschaftliche Geschlossenheit vorausgesetzt – was war darüber hinaus ein wichtiger Erfolgsfaktor?
Der Gewinn eines ehemaligen Nationaltrainers. Günther Huber hat mit seinem Training den Aufstieg ermöglicht. Früher hat er Nationalmannschaften in Kanada und der Schweiz trainiert.
Beste Anekdote der Saison?
Unsere jüngste Spielerin Doreen van der Hoofd spielte ihre erste Saison und schaffte dabei die beste Gesamtquote aller Spieler. Von zwölf Einzeln gewann sie zehn und bei ihren 14 Doppeln war es eine Siegquote von 100 Prozent. Ein Talent mit viel Potenzial.
Welchen Moment dieser Spielzeit werden Sie in besonderer Erinnerung behalten?
Als wir am vorletzten Spieltag vorzeitig die Meisterschaft sicherten. Durch die Schützenhilfe aus Offenburg kam das unerwartet früh.
Welcher Saisonerfolg war der vielleicht wichtigste?
Der letzte Heimspieltag der Hinrunde, als es zuerst gegen den direkten Verfolger TB Emmendingen II um die Herbstmeisterschaft ging und noch ein 7:1 gegen Zähringen folgte. Danach waren wir Tabellenführer und haben Platz eins nicht mehr abgegeben.
Wer war der Spieler des Jahres – nicht nur sportlich?
Unser Dienstältester: Lieven van der Hoofd. Ein vorbildlicher Jugendwart mit Erfolg bis in die Bundesebene, er zeigt unheimlich viel Engagement und trägt einen sehr großen Teil dazu bei, dass der Verein heute da ist, wo er ist.
Welcher Spieler musste die meisten Kisten zahlen?
Das war wohl ich. Wobei die Regelung bei uns etwas anders ist. Wer die schlechteste Bilanz hat, muss mit unserem Maskottchen (siehe Bild) Brunhilde-die-Wilde den gesamten Spieltag rumlaufen.
Wo steht der Verein in einem Jahr?
Hoffentlich immer noch in der Verbandsliga, auf einem gesicherten Mittelfeldplatz.
Wo muss sich der Verein besser aufstellen?
Speziell im Männerdoppel müssen wir noch erfolgreicher werden. Nachdem wir unseren Schwachpunkt aus dem Vorjahr – die Männereinzel – verbessert haben, müssen wir jetzt hier nachlegen.
Günther Huber ist ein super Meistertrainer, aber... leider kann er aufgrund des doch etwas fortgeschrittenen Alters nicht mehr aktiv mitwirken.

Pascal Schmidt (34) ist mehr als nur der topgesetzte Spieler und Mitbegründer der Badminton-SG. Seit zehn Jahren schmettert der Rechtshänder in Eimeldingen. Seit der in Basel arbeitende Chemiker seine Dissertation abgeschlossen hat, ist er beruflich viel auf Achse. Doch Glück für die SG: Zu den Spielen schafft er es stets rechtzeitig.