Beeindruckende Zielstrebigkeit

Jakob Schönhagen

Von Jakob Schönhagen

Fr, 03. August 2018

Triathlon

Katharina Möller von der Turnerschaft Langenau will sich bis zum Jahresende unter den besten fünf Jugend-Triathletinnen in Deutschland etablieren.

TRIATHLON. Katharina Möller gilt als hoffnungsvolles Triathlon-Talent. Die 17-Jährige Langenauerin ist eine akribische Arbeiterin. Mit viel Bodenhaftung.

"Ich kann mich noch erinnern, als wäre es gestern gewesen", sagt Hubert Klemm. Der 60-Jährige hat nicht vergessen, was seine talentierteste Schülerin einst ins Poesiealbum einer Freundin unter dem Schlagwort Berufswunsch eintrug. "Ich will Profi-Triathletin werden, hat sie klar gesagt", erinnert sich der Trainer und sportliche Leiter der Turnerschaft Langenau und ergänzt: "Das hat mich beeindruckt."

Die Eindeutigkeit des Zielbewusstseins von Katharina Möller hat sich ins Klemmsche Gedächtnis eingebrannt, wie es sonst wohl nur die derzeitige Hitzewelle in die Rekordbücher der Wetterstationen der Republik schafft. "Diese Zielstrebigkeit hat sie bis heute behalten", findet Klemm. Er hat es selten so erlebt. Dabei hat der 14-fache Deutsche Triathlonmeister in seinem Sport viel erlebt, gründete einst das TriTeam Hochrhein und ist seit elf Jahren leitender Teil der Triathlonabteilung der Turnerschaft.

Auch Möller selbst erinnert sich noch gut. "Ich habe das damals eigentlich in jedes Freundschaftsbuch geschrieben", sagt die 17-Jährige und lacht, "während den Olympischen Spielen 2012 in London habe ich mit viel Spaß die Triathlon-Wettbewerbe geschaut." Die Gymnasiastin war infiziert. Und ist es bis heute geblieben. Ende Juni wurde die Kurzstreckenspezialistin Fünfte bei der Jugend-DM, in Schopfheim im Juli verteidigte sie ihren Titel als Landesmeisterin. Im Frühjahr war sie das erste Mal bei einem internationalen Wettbewerb gestartet.

Zusätzliches Training am Olympiastützpunkt

Am Anfang war ein Inserat. "Die Klemms haben damals vor elf Jahren, als wir nach Langenau gezogen sind, in der Zeitung eine Anzeige gehabt", erinnert sich Mutter Monika Polkowski-Möller. Schwimmen wollte die damals 7-jährige Tochter unbedingt. "Dabei hat sie eigentlich immer gefroren", sagt Klemm lachend. Das ehrgeizige Talent aber legte die Kälte-Angst ab und entwickelte sich rasch zur Landeskaderathletin. Seit vergangenem Jahr absolviert sie zusätzlich Schwimmtrainings beim TSV RW Lörrach, "dadurch hat sie da ihre Schwäche etwas abgelegt", sagt ihr Coach. Läuferisch war Möller ohnehin schon immer fit. "Da holt sie in jedem Rennen auf."

Seit 2017 trainiert Möller zudem in Freiburg am Olympiastützpunkt bei den Landestrainern. Ein Wechsel in den Breisgau stand aber nie zur Debatte. "Auch in Langenau und Lörrach sind die Trainingsbedingungen hervorragend", sagt die Mutter. Und die Tochter ergänzt: "Auch die Schule wollten wir hier zu Ende machen." So absolviert die 17-Jährige ein taffes Programm. Trainiert wird bis zu zweimal am Tag. Kraft-, Lauf-, Schwimm- und Radtraining alternieren. An freien Wochenenden fährt sie mit den Trainingskollegen nach Freiburg. 800 Meter Schwimmen, 20 Kilometer Radfahren und fünf Kilometer Laufen – Möllers derzeitige Wettbewerbsdistanz – will trainiert sein.

Wohin das führen kann? "Noch ist das schwer abzusehen", sagt Klemm, aber "sie hat schon sehr viel Talent". Möller schwärmt von Olympia, wiegelt aber noch ab: "Man muss sehen, was funktioniert." Vorerst hat sie ein klares Ziel: am Jahresende unter den Top fünf ihres Jahrgangs in Deutschland stehen. Dazu muss Möller, die derzeit auf Sponsorensuche ist, beim Jugendcup in Goch (Sonntag, 26. August) noch einmal überzeugen. Nach dem Abitur will sie ein Freiwilliges Soziales Jahr in Freiburg absolvieren und den Sport forcieren. "Ihr Trainingspensum kann sie natürlich noch steigern", findet Klemm, "dann kann da viel gehen."