RG Hausen-Zell

Bundesliga-Trainer Florian Hassler: "Wir sind reifer geworden"

Jakob Schönhagen

Von Jakob Schönhagen

Mo, 03. September 2018 um 22:00 Uhr

Ringen

Beim ersten Bundesliga-Gastspiel der RG Hausen-Zell stand Halbschwergewichtler Florian Hassler noch selbst auf der Matte. Knapp ein Jahrzehnt später haben die Wiesentäler erneut den Aufstieg in die Beletage geschafft. Mittlerweile leitet der 32-Jährige als Trainer die Geschicke der RG-Ringer. Im Interview mit Jakob Schönhagen blickt Hassler auf eine schwierige Saison.

BZ: Knapp acht Monate hat der Verein auf das Abenteuer Bundesliga hingearbeitet, Samstag geht es mit einem Heimkampf gegen ASV Hüttigweiler los. Hat das große Kribbeln schon begonnen?
Hassler: Kribbeln tut’s noch nicht. Das beginnt sicherlich erst am Tag des Kampfes. Aber die Vorfreude ist riesig. Wir brennen auf die Bundesliga. Nach 2009 ist es erst das zweite Mal für unseren Verein. Die Freude überwiegt die Nervosität.

BZ: Die Bundesliga ist infrastrukturell wie finanziell ein großer Schritt. Aus der Regionalliga wollte vergangene Saison kaum ein Verein aufsteigen. Worin liegen die größten Änderungen?
Hassler: Ganz klar in der neuen Größe, die wir in allen Bereichen haben. Jede Abteilung ist gewachsen: das Marketing, die sportliche und wirtschaftliche Leitung und auch die Vorstandschaft. Wir haben extra ein Eventteam für die Heimkämpfe aufgestellt. Die machen mächtig Dampf. In allen Sparten fahren wir einen riesigen Aufwand. Jeder gibt über 100 Prozent.

BZ: In Virgil Munteanu, Ivan Guidea, Daniel Rares Chintoan, Oliver Hassler und Florian Neumaier hat die RG fünf Spitzenringer verpflichtet. Wollen Sie in Sachen Klassenerhalt nichts anbrennen lassen?
Hassler: Sagen wir es so: Das sind richtig gute Leute. Wir wollten die beste Mannschaft, die für uns finanziell möglich ist, auf die Matte bringen. So sind wir konkurrenzfähig. Wir wollen den Klassenerhalt. Da soll auch nichts anbrennen. Aber wir müssen auch aufpassen, denn: Es muss bei uns alles passen.

BZ: Dass es nicht leicht wird, ist klar: Wie schätzen Sie die Liga ein?
Hassler: Ich war ja selbst vier Jahre in Adelhausen in der Bundesliga. Das Niveau ist hoch, vielleicht nicht mehr ganz so stark wie zwischen 2010 und 2014, aber immer noch richtig hoch. Spannend wird sein, wie das neue DRB-Punktesystem anschlägt, das Ringern unterschiedliche Punkte anrechnet. Bei den Aufstellungen muss man da gut taktieren.

BZ: Was macht Sie zuversichtlich, dass es anders läuft als 2009? Damals endete das Abenteuer nach einer Saison mit dem Abstieg.
Hassler: Heute ist vieles anders. Damals sind wir ja nur mit eigenen Leuten hoch. Das würde heute gar nicht mehr funktionieren. Der Club geht mit der Zeit. Überhaupt sind wir ganz anders aufgestellt. Wir sind reifer geworden.

BZ: Woran muss bis zum Start noch gearbeitet werden?
Hassler: Nicht mehr an vielen Dingen. Zuletzt waren wir im Trainingslager am Herzogenhorn. Stand jetzt sind alle Ringer verfügbar. Wir tüfteln noch an der Aufstellung. Ansonsten sind wir bereit.

BZ: Mit welchem Getränk feiern eigentlich Ringer aus dem Wiesental?
Hassler: Unser Hauptsponsor ist eine Brauerei. Natürlich mit Bier.

BZ: Und was muss passieren, damit Bier in Strömen fließt am Saisonende im Dezember?
Hassler: Dazu müssen wir unser Saisonziel Klassenerhalt erreichen. Wir nehmen aber alles mit, was besser läuft. Und, mit einem Augenzwinkern: Wir trinken auch einen, wenn es nicht klappen sollte.

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