Dank "Sutterpäckle" zum Derbysieg

Jakob Schönhagen

Von Jakob Schönhagen

Mo, 23. Oktober 2017

Ringen

RG Hausen-Zell bezwingt Regionalliga-Primus TuS Adelhausen II.

RINGEN Regionalliga: RG Hausen-Zell – TuS Adelhausen II 18:8. Es bleibt dabei: Die RG Hausen-Zell gewinnt diese Saison alle Derbys. In der Regionalliga hatte nun auch Tabellenführer TuS Adelhausen II mit 8:18 das Nachsehen. Doch was waren das für verrückte zehn Schlusssekunden im vorletzten Kampf? Im Freistil bis 75 Kilogramm hielt TuS-Ringer Pascal Ruh kurz vor Ende alle Trümpfe in der Hand, führte 20:4 gegen Patrick Sutter. Der Strohhalm des strauchelnden Tabellenführers. Nur ein Zähler fehlte Ruh, um noch den Vierer einzufahren und das Derby in eine 12:11-Führung umzubiegen.

Im Wiesental aber weiß jeder Ringer, was gemeint ist, wenn vom "Sutterpäckle" die Rede ist. Bei einer Attacke des Gegners greift der Athlet dem Attackierenden über den Kopf und zwischen die Beine. "Man schnürt den Gegner also ein. Wie eben ein Paket", erläuterte RG-Coach Florian Hassler. Und schwups liegt der Gegner wie ein Käfer zappelnd auf dem Rücken. Schulterwurf in Sekundenschnelle.

Als Ruh also zehn Sekunden vor Schluss noch einmal einen Angriff startete, die Füße kurz vom Boden nahm, da schlug die Zeit des "Sutterpäckles". Ruh landete auf der Schulter, die Messe war gelesen, der Derbysieg unter Dach und Fach – 500 Zuschauer tobten.

Es war zugleich die Vollendung der RG-Taktik. In Sutters Klasse verfügt Hausen-Zell mit den beiden Ungarn Gergö Wöller und Laszlo Szabolcs über Punktegaranten. Doch die RG setzte im Derby auf den rumänischen Schwergewichtler Alin Alexuc-Ciuraiu (9:0-Punktsieg gegen Nick Matuhin) sowie dessen Landsmann Florin Trifan (61 Greco) – und der hielt die Niederlage gegen Stefan Geiger in Grenzen, gab nur zwei Zähler ab.

Es war einer von lediglich drei Siegen des TuS, der vor allem in den schweren Klassen unterlegen war. "Ab 75 Kilo haben wir alles verloren", gab sich TuS-Trainer Thomas Weber selbstkritisch und fügte an: "Das soll den Erfolg der RG nicht schmälern, die haben toll gekämpft."

Sein Gegenüber, Florian Hassler, frohlockte: "Wir haben eine Wahnsinns- Mannschaftsleistung gezeigt." Sein Trainerkollege Adrian Recorean, der seinen Kampf gegen TuS-Nachwuchsmann Marvin Moser souverän nach 35 Sekunden gewann, ergänzte: "Vom Mannschaftsgeist her war das toll." Hervorheben wollte er Freistiler Stefan Hauschel: "Für mich war er der Matchwinner." Seinen Kampf gegen den Adelhauser Marius Quinto entschied Hauschel mit zwei Mannschaftspunkten für sich. "Er hat das taktisch gut gemacht, ordentlich abgewartet."

Für den TuS war es die erste Saisonniederlage auf der Matte, was Weber aber einzuordnen wusste. "Uns hat ein Prozent gefehlt", analysierte der Trainer, der auf Kleinigkeiten verwies. "Jörn Schubert hat auch unglücklich verloren." Im 66 Freistil unterlag er Sebastian Rapp (5:5) aufgrund der letzten Wertung. Zudem zog sich Schubert eine Rippenverletzung zu.

"Solche Nuancen haben uns das Derby gekostet", sagte Weber, dessen Team – mit einem Kampf mehr – die Herbstmeisterschaft knapp verpasste, die Liga aber weiter anführt. Die RG hat nach der Vorrunde zehn Punkte auf dem Konto (Vorjahr: zwei), und mit dem dritten Derbysieg zudem weiteres Prestige hinzugewonnen.