Das Druck-Problem der Freiburger Volleyballer

Marie Reitzenstein

Von Marie Reitzenstein

Mo, 28. November 2016

Volleyball

Keine Lockerheit, schlechte Körpersprache, fehlerhafte Aufschläge – gegen Dresden geht erneut ein Zweitliga-Heimspiel verloren.

VOLLEYBALL. Zweite Bundesliga Männer: 1844 Freiburg – VC Dresden 2:3 (25:22, 16:25, 16:25, 25:19, 10:15). Nach der deutlichen 0:3-Niederlage im letzten Heimspiel gegen Rüsselsheim mussten sich die Volleyballer von 1844 Freiburg auch am vergangenen Wochenende zu Hause geschlagen geben. Gegen den Aufsteiger VC Dresden unterlagen sie am Ende einer engen Partie mit 2:3.

Es stand 5:3 im vierten Satz, als Mittelblocker Eric Dufour-Feronce den Ball zum Aufschlag anwarf, absprang – und die Kugel zwei Meter ins Aus donnerte. Ein Raunen ging durch die 380 Zuschauer. Denn die Angabe war nicht die erste, die ihr Ziel verfehlte. "Unser Aufschlagniveau war allgemein schlecht", räumte Außenangreifer David Strobel hinterher ein. Wie schon in den Spielen zuvor schafften es die Freiburger auch gegen Dresden nicht, genug Druck mit dem Service zu entwickeln. Ein Problem, das sich laut Trainer Wolfgang Beck schon durch die ganze Saison zieht. "Im Training klappen die Aufschläge besser als im Spiel. Das ist Kopfsache", weiß Strobel. Zuspieler Marc Zimmermann erklärte: "Wenn du volles Risiko gehst und versuchst, den Gegner zu schlechten Annahmen zu zwingen, entstehen eben auch mehr Fehler. Oder du spielst auf Sicherheit und setzt den Gegner nicht genügend unter Druck."

Die Aufschläge waren nicht das einzige Manko im Spiel der Freiburger. In der Annahme schlichen sich immer wieder Fehler ein, wodurch 1844 kaum zu sauber herausgespielten Angriffen kam. "Außerdem war unsere Körpersprache schlecht. Alles in allem machen wir es dem Gegner dann extrem einfach", kritisierte Strobel.

Während die Freiburger im ersten Satz über weite Strecken konzentriert agierten, lief im zweiten Durchgang fast gar nichts mehr zusammen (16:25). "Wir haben sie wieder ins Spiel gebracht, da sind wir selbst schuld", analysierte Beck. Nach der Pause schien es zunächst, als hätten sich die Freiburger gefangen. Doch im Verlauf des dritten Satzes häuften sich die Fehler von 1844 erneut extrem, sodass der Satz wieder an Dresden ging.

Die "Affenbande" gab jedoch nicht auf. Angeführt von Außenangreifer Marcus Gensitz, der immer wieder von Zimmermann bedient wurde, kämpfte sie sich zurück. Dufour-Feronce rettete seine Mannschaft durch ein Ass in den Tie-Break. Im letzten Satz kassierten die Freiburger eine 0:7-Serie zum 2:7, vor allem wegen wackliger Annahme. Zudem brachte Gensitz seine Angriffe nicht konsequent durch, 1844 verlor mit 10:15-Punkten.

"Wir sind zu Hause nicht locker genug. Den Druck machen wir uns selbst", konstatierte Beck. "Sobald wir denken, dass wir gewinnen müssen, klappt es nicht mehr." Auch Strobel bestätigte: "Wir sind daheim zurzeit gehemmt." Der Außenangreifer ist sich aber sicher, dass der Knoten noch platzen wird: " Wir sind im Training fokussiert und lassen es nicht schleifen. Wir müssen jetzt einfach weitermachen." Zum wertvollsten Spieler auf Seiten der Freiburger wurde Marcus Gensitz gewählt.