Das Ringen um die Macht auf der Matte

sid

Von sid

Mo, 23. Oktober 2017

Ringen

Präsident des Ringer-Bundes greift Ringer-Liga scharf an.

BAD MERGENTHEIM (sid). Die Spitze des Deutschen Ringer-Bundes (DRB) sieht derzeit keine Basis für eine Kooperation mit der Deutschen Ringer-Liga (DRL). DRB-Präsident Manfred Werner bezeichnete den DRL-Entwurf eines Grundlagenvertrags bei der Delegiertenversammlung in Bad Mergentheim als "vollkommen inakzeptabel" und griff die DRL um ihren Geschäftsführer Markus Scheu scharf an. "Was die DRL immer wieder gegen den DRB vorbringt, ist unerhört, unglaublich, unseriös und unterste Schublade", wütete Werner: "Dieser Vertragsentwurf ist ein abgeschriebenes und zusammengenageltes Ding voller Anmaßungen. Mit diesem Vertrag würden wir uns als Spitzenverband selbst abschießen und alle Fördermittel verlieren." Der 71-Jährige bezeichnete den Entwurf, der sich an ähnliche Verträge im deutschen Sport zwischen Liga und Verband anlehnt, als Schwachsinn und nannte die DRL ein "elendes Häufchen von fünf Vereinen".

"Die DRL interessiert sich nur für sich selbst. Die anderen Vereine sind ihr egal – und der DRB soll auch noch die Drecksarbeit übernehmen. So kann es nicht gehen", sagte Werner: "Die DRL meint, der Profisport muss ausgegliedert werden. Aber wir haben im Ringen keine Profis – wann kapieren die das mal? Wir sind Amateure – etwas anderes gibt unsere Struktur nicht her. Wir werden verhindern, dass fünf Vereine die restlichen 395 in den Abgrund reißen." Trotz seiner deutlichen Wortwahl ist Werner zu weiteren Gesprächen mit der DRL bereit, um sie unter das Dach des Verbandes zurückzuholen. Auch die Delegierten lehnten den Vertragsentwurf einhellig ab.

Die DRL-Klubs ASV Nendingen, KSV Ispringen, VfK Schifferstadt, KAV Mansfelder Land und Germania Weingarten streben eine Professionalisierung des Ringens an. Deshalb haben sie sich vom DRB losgesagt und eine eigene Liga gegründet. Damit sind sie in Konkurrenz zur Bundesliga unter dem Dach des DRB getreten. In der Bundesliga ringen 21 Klubs in drei Staffeln.