Die Ära Heynen geht erfolgreich zu Ende

sid

Von sid

Mo, 26. September 2016

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Deutsche Volleyballer lösen EM-Ticket und verlieren Coach.

LAS PALMAS/KÖLN (sid). Die Ferieninsel Gran Canaria lässt Vital Heynen mit einem guten Gefühl hinter sich. Seine letzte Mission ist erfüllt, schöner hätte der Abschied von den deutschen Volleyballern für den Bundestrainer kaum verlaufen können. "Ich bin absolut zufrieden. Wir haben das souverän gemacht", erklärte der Belgier, als das EM-Ticket gelöst war – jetzt warten neue Aufgaben.

Heynen hört nach viereinhalb ereignisreichen Jahren auf. Der 47-Jährige übernimmt in Doppelfunktion das Nationalteam seines Heimatlandes und den deutschen Rekordmeister VfB Friedrichshafen. Einen Nachfolger hat der Deutsche Volleyball-Verband (DVV) noch immer nicht präsentiert, dabei steht die Trennung bereits seit Ende Januar fest. Es ist zugegebenermaßen nicht ganz einfach, einen Heynen zu ersetzen. Der einstige Zuspieler war ein Glücksfall für den Verband. Kompetent, charismatisch, unkonventionell, und vor allem überaus erfolgreich. Die Highlights seiner Ära waren der fünfte Platz bei Olympia 2012 und Bronze bei der WM 2014 – es war die erste deutsche Medaille bei Welttitelkämpfen seit 44 Jahren.

Obgleich lange klar war, dass Heynen seinen Stuhl räumt, verlor er den Enthusiasmus nie. "Ihr könnt alle sicher sein, ich gebe noch einmal Vollgas", kündigte er im Januar an und hielt Wort. In der Qualifikation für die Europameisterschaft 2017 in Polen gewannen die DVV-Männer in Podgorica jeweils 3:0 gegen Spanien, die Schweiz und Gastgeber Montenegro und schlossen Teil eins ihrer Aufgabe perfekt ab. Als es am Samstag beim zweiten Turnier in Las Palmas das nächste 3:0 über die Schweiz gab, war die Aufgabe bereits gelöst. "Das war insgesamt eine sehr starke Qualifikation", zog Heynen vor dem Abschlussspiel gegen Spanien Bilanz. "Wir haben konzentriert gespielt und dominiert. Wir sind zufrieden, haben in fünf Spielen keinen Satz abgegeben", so Markus Steuerwald. Der Libero lief am Sonntag zum letzten Mal mit seinen Teamkollegen unter Heynen auf – und musste beim bedeutungslosen 25:19, 25:21, 20:25, 25:15 gegen Spanien doch noch einen Satz abgeben.

Wer immer auf Heynen folgt, wird es schwer haben. Er hinterlässt eine große Lücke, menschlich und sportlich. Aus der Welt ist er nicht. Der eine oder andere Nationalspieler arbeitet in Friedrichshafen auch künftig mit ihm zusammen.