Die beste Lösung gewinnt den Großen Preis

Anita Birkenhofer

Von Anita Birkenhofer

Mo, 03. September 2018

Reitsport

Das Pferd Best Solution setzt sich im Hauptrennen in Iffezheim durch / Neue Sponsoren gesucht.

IFFEZHEIM. Er hat wie ein Löwe gekämpft, unterlag zuletzt aber der Macht der englischen Gäste. Publikumsliebling Iquitos, der auf der Rennbahn von Iffezheim bisher nur erste und zweite Plätze kannte, musste im Großen Preis von Baden Best Solution (übersetzt: beste Lösung) mit Pat Cosgrave und Defoe mit Andrea Atzeni den Vortritt lassen.

In dem mit 250 000 Euro dotierten Highlight der Großen Woche passierte Iquitos nach einem großartigen Endkampf, in dem er mit Eddy Hardouin bereits in Führung lag, um einen Hals und eine halbe Länge geschlagen den Zielpfosten. "Der Jockey ist viel zu früh nach vorne gegangen, er hätte länger warten sollen", sagte Trainer Hans-Jürgen Gröschel und ärgerte sich nach dem über 2400 Meter führenden Gruppe-I-Rennen über die Niederlage.

Der Trainer des Siegers Best Solution hingegen, Saeed bin Suroor, war begreiflicherweise sehr angetan von der Leistung seines Schützlings aus dem Imperium des Herrschers von Dubai, Sheikh Mohammed al Maktoum. "Wir sind sehr zufrieden. Nun steuern wir Australien an." Dort ist der mit 4,52 Millionen Euro dotierte Melbourne Cup das erklärte Ziel des vierjährigen Hengstes.

Im Zukunftsrennen, in dem es 55 000 Euro zu gewinnen gab, gelang indessen ein deutscher Sieg. Vor 15 500 Zuschauern bezwang Quest the Moon aus dem Stall Salzburg unter Jockey Oisin Murphy mit dem letzten Galoppsprung den englischen Gast mit dem schönen Namen I’ll Have Another unter Joe Fanning. Die favorisierte Peace of Paris wurde nach unglücklichem Rennverlauf in der Gruppe-III-Prüfung Dritte.

"Dann hätten wir den Status eines Amateursports."

Manfred Ostermann,       

Präsident der Besitzervereinigung
Einen "Klasseritt" bescheinigte Trainer Henk Grewe seinem Jockey Marc Robert Lerner nach dem Sieg im Zastrow-Stutenpreis, der am Samstag zur Entscheidung anstand. In dem mit 70 000 Euro dotierten Gruppe-II-Rennen über 2400 Meter beorderte Lerner die 248:10-Außenseiterin Sky Full of Stars auf der Gegenseite entschlossen an die Spitze, wo er das Tempo deutlich verschärfte. "Diese Taktik war genau richtig", erklärte Trainer Grewe. "Die Stute kann nur ein Tempo gehen, hat aber einen unbändigen Kampfgeist."

Den musste Gestüt Karlshofs vierjährige Schimmelstute auch einsetzen, um die favorisierte Engländerin Star Rock unter René Piechulek mit einem Kopf Vorsprung niederzuringen. Mit Titi Makfi und Sweet Soul Music belegten weitere im Ausland trainierte Stuten die nächsten Plätze.

Finanziell schloss der Veranstalter Baden Racing mit einem Totoumsatz von 2,91 Millionen Euro ab, was einem Plus von 1,68 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht.

Schmerzlich hingegen war der Einschnitt, der einige Tage zuvor, anlässlich der Jahreshauptversammlung der Besitzervereinigung bekannt geworden war. Baden Racing muss sich neue Partner suchen, da die beiden Hauptgesellschafter von Baden Racing, Andreas Jacobs und Paul von Schubert, ihren Rückzug ankündigten.

Sie hatten nach der Insolvenz des Internationalen Clubs als Veranstalter etwa fünf Millionen Euro investiert, um die Rennen, vor allem die internationalen Gruppe-Rennen, zu erhalten. Beide Gesellschafter wollen sich künftig nurmehr mit einer Minderheitsbeteiligung engagieren.

Kurz gesagt, Deutschlands Nobelrennbahn in Baden-Baden sucht Mäzene. "Die vielen Gruppe- und Listenrennen sind unsere Highlights, ohne die wir auf das Niveau des deutschen Trabrennsports absinken würden", erklärte der Präsident der Besitzervereinigung Manfred Ostermann. Er ergänzte: "Dann hätten wir den Status eines Amateur- statt eines Profisports."