Die erweiterte Weltspitze der Tennissenioren schlägt auf

Dieter Maurer

Von Dieter Maurer

Di, 14. August 2018

Tennis

250 Meldungen liegen für das ITF-Turnier Rothaus-Open vor, das von Sonntag an im Hochschwarzwald ausgetragen wird.

TENNIS. Welchen sportlichen Stellenwert das seit 1986 stattfindende Senioren-Tennisturnier Rothaus-Open in Deutschland genießt, wird in diesem Jahr besonders deutlich. Trotz der gleichzeitig in Ulm stattfindenden Welttitelkämpfe liegen für Hinterzarten 250 Meldungen aus zwölf Nationen vor – und damit genauso viele wie in den Jahren zuvor.

"Zunächst hatte ich doch etwas Sorgen", gesteht Turnierleiter Wolfram Schmidle. Für die Wettkämpfe an der Donau haben 1500 Frauen und Männer der Altersklassen 50/55 und 60 gemeldet, unter ihnen ehemalige Weltklasseathleten. Austragungsorte für die Senioren-WM waren zuletzt Helsinki und Miami: "Die räumliche Nähe der WM in Ulm lockte besonders viele Akteure aus Süddeutschland an", sagt Schmidle. Normalerweise darf kein Spieler für zwei gleichzeitig stattfindende ITF-Wettbewerbe melden. "Doch wir haben eine Sondergenehmigung erhalten", sagt der langjährige Turnierchef. Die Spieler konnten zwei Meldungen abgeben und erwarben sich damit das Recht, falls sie in Ulm frühzeitig ausscheiden, in Hinterzarten an den Start zu gehen.

Die 32. Auflage der ITF Rothaus-Open ist erneut hochklassig besetzt. "Zu uns kommt nicht die absolute Weltspitze," sagt Schmidle. Diese Cracks gehen in der Regel nur zu Weltmeisterschaften oder dorthin, wo Antrittsgelder und Hoteleinladungen locken. Diesen Weg hat Hinterzarten stets abgelehnt. Im Hochschwarzwald ist aber immerhin die erweiterte Weltspitze am Start. Schmidle: "In jeder Altersklasse haben Akteure gemeldet, die zu den Top 20 zählen, einige sogar zu den Top Ten. Gegen sie auf dem Platz zu stehen, ist für jeden Hobby-Tennisspieler ein Erlebnis und macht den besonderen Charme der Rothaus-Open aus." Der Tennis-Weltverband ITF hat dem Wettbewerb im Hochschwarzwald in den Grad 2 erhoben, was bei Siegen mehr Weltranglistenpunkte bedeutet. Die in London ansässige International Tennis Federation belohnte damit sowohl die seit Jahren konstant hohe Anzahl an Teilnehmern aus dem In- und Ausland sowie die vorbildliche sportliche Organisation.

Der Großteil der Teilnehmer kommt aus Deutschland. Vertreten sind aber auch die Nachbarländer Schweiz, Österreich, Tschechien, Polen, Frankreich, Niederlande und Italien. Weitere Akteure kommen aus Kroatien und Kasachstan. Die weiteste Anreise haben die Cracks aus den USA und Neuseeland. Aus der Region Hochschwarzwald-Baar-Dreisamtal liegen zahlreiche Meldungen vor.

Die Matches werden auf den Sandplätzen in Hinterzarten, Neustadt und Lenzkirch sowie in der Tennishalle Neustadt ausgetragen. Gespielt wird in acht Altersklassen bei den Frauen (40 bis 75 Jahre) und zehn bei den Männern (40 bis 85) im Einzel, Doppel und Mixed. Jeder Gemeldete kann an zwei Wettbewerben teilnehmen. 20 Prozent des Nenngeldes werden als Preisgeld ausgeschüttet. Oberschiedsrichter ist Olaf Wells, Veranstalter die Hochschwarzwald Tourismus GmbH. Die Schirmherrschaft hat Bürgermeister Klaus-Michael Tatsch (Hinterzarten) übernommen. Die Auslosung findet am Mittwoch, 15. August, statt. Die Spieltermine für die älteren Teilnehmer stehen am Samstag, 18. August, fest. Die ersten Ballwechsel werden am Sonntagnachmittag erfolgen. Der Wettbewerb dauert bis Sonntag 26. August.

Der einst in Hinterzarten und Schluchsee wohnende und jetzt in Singen ansässige Wolfram Schmidle hat wieder eine Doppelfunktion. Er ist nicht nur Turnierleiter der Rothaus-Open sondern auch aktiver Teilnehmer. In diesem Jahr kommt er mit einer besonderen sportlichen Empfehlung: Bei der deutschen Meisterschaft Ende Juli/Anfang August in Bad Neuenahr gewann er die Einzelkonkurrenz in der AK 70 und wurde Vizemeister im Doppel.