Echte Doppelstärke

Wolfram Köhli

Von Wolfram Köhli

Mo, 06. August 2018

Tennis

Der TC BW Oberweier gewinnt nach einem 3:3 Zwischenstand mit 6:3 das letzte Zweitligaheimspiel.

TENNIS 2. Bundesliga Süd: TC BW Oberweier – TC Amberg am Schanzl 6:3. Die Doppel machen den Unterschied. Nicht nur am Sonntag, als nach dem 3:3 in den Einzeln sämtliche Paarspiele gewonnen wurden. In der gesamten Saison sind die gemeinsamen Auftritte der Oberweierer Spieler ihr großes Plus.

Insgesamt 18 Doppel wurden in der Saison ausgetragen, bei 12 davon stand viel auf dem Spiel. So gegen Rosenheim (3:3 nach den Einzeln), Hainsacker (4:2), Rüsselsheim (3:3) und am Sonntag gegen den TC Amberg am Schanzl (3:3). Heraus sprangen jeweils mindestens zwei gewonnene Matches der Ortenauer Paare. Das addierte sich zu acht Punkten in der Tabelle, wo sich das Team aus der kleinen Tennisgemeinde unter den Top drei wiederfindet. Ein unerwarteter Erfolg.

Mannschaftskapitän Philipp Bauer, der mit einer eingesprungenen Rückhand nach einem starken Service von Christian Mandell den fünften Teampunkt sicherte, kann sich nicht daran erinnern, "wann wir keine zwei Doppel gewonnen haben, wenn es davor 3:3 stand". Und er liefert die Begründung gleich nach: "Wir spielen oft zusammen – bei drei oder mit Andrej vier Einheimischen." Dieses Verständnis untereinander fördert die Harmonie und Abstimmung bei Doppel. In der aktuellen Saison zählt auch Felipe Mantilla zu den Einheimischen. Er wohnte einen Monat mit seiner Freundin in Oberweier. So konnte gemeinsam trainiert werden. "Weil sich die Jungs wohlfühlen", so Trainer Oliver Killeweit bei seiner Ursachenforschung, "spielen sie hier ihr bestes Tennis".

Der Sonntag stand erstmals unter einem etwas veränderten Aspekt. Die Klasse war vorzeitig gesichert. Da konnte es sich die Mannschaftsführung erlauben, den Fokus auf die eigenen Spieler zu legen. Das Opfer dieser Politik war Fernando Romboli. Der Brasilianer stand am Frankfurter Flughafen und musste sich mit der Entscheidung arrangieren, nicht mehr eingesetzt zu werden. Neben dem sportlichen Aspekt zählt auch ein finanzieller. "Wir können jetzt den Aufwand eine wenig herunterfahren", begründete Teamchef Oliver Killeweit die Entscheidung und versprach, "wir werden konkurrenzfähig bleiben und den Wettbewerb nicht verzerren." Dies hat das Team, das in der Aufstellung bereits drei Mal antrat, am Sonntag bewiesen.

Kompakt: Lindell – Brunner 6:3, 6:2; Mantilla – Bortolotti 6:3, 7:5; Wörner – Heller 7:5, 2:6, 6:10; Obert – Schmidt 0:6, 4:6; Kracman – Reissig 7:6, 3:6 10:8; Bauer – Wagner 6:7, 2:6; Mantilla/Kracman – Brunner/Hajek 6:3, 6:4; Lindell/Bauer – Bortolotti/Wagner 6:3, 6:4; Obert/Wörner – Heller/Schmidt 6:4, 6:2.