Ein hartes Stück Arbeit

Hannes Selz

Von Hannes Selz

Mo, 23. Oktober 2017

Volleyball

1844-Volleyballer verlieren bei viertem Sieg in Serie zwischenzeitlich die Struktur in ihrem Spiel.

VOLLEYBALL. Zweite Bundesliga Männer: FT 1844 Freiburg – VI Frankfurt 3:1 (25:19, 25:22, 16:25, 28:26). Vier Siege in Folge, beide Heimspiele gewonnen: Es läuft bei den Freiburger Volleyballern. 1844-Coach Jakob Schönhagen gibt sich aber nicht so leicht zufrieden. Das Volleyballinternat Frankfurt stellte die Freiburger nach dem ersten Satz zunehmend vor Probleme. Nach einem Kraftakt behielt 1844 die drei Punkte aber im Breisgau.

Schönhagen hatte im Vorfeld der Partie vor einer starken Frankfurter Mannschaft gewarnt und sah sich nach Spielende bestätigt. Die Affenbande ließ sich nach einem souveränen ersten Satz von den jungen Frankfurtern zunehmend den Schneid abkaufen. Dementsprechend bedient zeigte sich der 1844-Trainer: "Mich nervt es, dass wir unseren Faden verlieren. Wir haben nicht mehr gut aufgeschlagen und dadurch den Frankfurter Aufbau erleichtert. Gleichzeitig waren wir zu unkonzentriert in der eigenen Annahme, wodurch wir unsere Struktur im Spielaufbau verloren haben." Schönhagen benutzt für das Spiel, das er von seiner Mannschaft sehen will, gerne das Motto "agieren statt reagieren". Sein Team habe im dritten Satz jedoch nur noch reagiert, sodass dieser Durchgang letztlich deutlich an die Gäste ging.

In einem knappen vierten Satz zeigte Freiburg tolle Moral und kam beim Stand von 24:23 zum ersten Matchball. Den vierten konnte die Affenbande zum umjubelten 28:26 verwandeln. Eine knifflige Situation bekamen die 280 Zuschauer in der Burdahalle beim Stand von 24:24 zu sehen: Der Freiburger Angreifer Marcus Gensitz lobbte einen Ball vermeintlich ins Aus, der erste Schiedsrichter hatte die Situation jedoch nicht richtig gesehen und entschied auf Doppelfehler – kein Punkt. Der Frankfurter Trainer Matus Kalny, zugleich Junioren-Nationaltrainer, war nach Spielende darüber verärgert und verließ die Halle, beruhigte sich dann aber wieder. "Es ist blöd, dass gerade in der entscheidenden Phase gegen uns entschieden wird", betonte Kalny. Auch Schönhagen sah dies ähnlich: "So eine knifflige Entscheidung am Ende des Spiels ist natürlich doof. Vom Gefühl her war es schon ein Punkt für Frankfurt." Durch die Entscheidung blieb den Gästen die Chance auf einen Satzball und damit einen möglichen Punktgewinn verwehrt.

Kalny wollte die Niederlage aber nicht an diesem einen Ballwechsel festmachen. Vielmehr ärgerte sich der 36-jährige Slowake, dass sich sein Team zum wiederholen Mal in dieser Saison nicht belohnte. "Wir haben sehr gut gespielt und eine gute kämpferische Leistung gezeigt. Die Zuschauer haben ein spannendes Spiel mit zwei auf Augenhöhe agierenden Mannschaften gesehen", sagte Kalny.

Ein kleines Lob ließ sich Schönhagen aber doch entlocken. "Wir haben es insgesamt gut gemacht", betonte der 28-Jährige, um gleich die Marschroute für kommende Aufgaben vorzugeben: "Wir werden nicht besser, wenn wir uns zufrieden zurücklehnen. Wir wollen unser Spiel druckvoll agierend durchzuziehen." Die nächste Gelegenheit hierzu hat die Affenbande am kommende Samstag im Heimspiel gegen Hammelburg. Um den fünften Sieg in Folge einzufahren, heißt die Devise wieder "agieren statt reagieren".