Volleyball

Ein Paukenschlag schockt das Team des VC Offenburg nicht

Wolfram Köhli

Von Wolfram Köhli

So, 13. Januar 2019 um 19:45 Uhr

Volleyball

Der klarsten Satzniederlage zum Auftakt des Spiels beim SV Lohhof folgte eine erfolgreiche Wende. Der VC Printus Offenburg baut am Sonntag den Vorsprung in der Zweiten Bundesliga aus.

Die Offenburgerinnen sorgen weiter für Distanz zur Konkurrenz. Mit dem 3:1 Erfolg beim SV Lohhof nutzte der Tabellenführer die Gunst der Stunde. Der hartnäckigste Konkurrent, VC Neuwied, musste im Verfolgerderby bei der Bundesligareserve der Rote Raben Vilsbiburg beim 3:2-Erfolg einen Zähler abgeben. Somit führt der VCO, der den Bayern die erste Heimniederlage der Saison beibrachte, mit sieben Punkten die Liga an.

Der Nachmittag an der Peripherie von München war alles andere als eine Ausflugsfahrt. Die Mannschaft von Trainer Patrick Sprung wartete mit einer phasenweise beachtenswerten, weil unbekümmerten Vorstellung auf. Vor allem der erste Satz hatte es in sich. In Unterschleißheim setzte Trainer Florian Völker auf Linkshänderin Leonie Amann in der Startsechs im Mittelblock für Tessa Dahnert. Nach dem 11:11 riss der Faden. Was war geschehen? Beim 11:13 sah der Trainer das Unheil wohl schon kommen und versuchte mit einer Auszeit gegenzusteuern. Mit dezentem Erfolg wie auch beim 11:17. Die Annahme klappte nicht und in der Folge wurden sämtliche Elemente im Spiel der Offenburgerinnen angegriffen.

"Die haben aufgeschlagen wie die Bekloppten", sagte Richarda Zorn, die Kapitänin. Und so war es mit der Herrlichkeit der Offenburgerinnen erst einmal geschehen. Nur noch drei Punkte sammelte der Tabellenführer. Er sah sich zehn Satzbällen der Lohhoferinnen gegenüber und kassierte mit 14:25 die höchste Satzniederlage der Saison. "In dieser Deutlichkeit darf uns das nicht passieren", rügte der Trainer hernach, obwohl er insgesamt "nicht unzufrieden" war.

Satz zwei sah Tessa Dahnert wieder im Mittelblock. Nicht weil Leonie Amann die Quelle von Fehlern gewesen wäre. Mit Dahnert hatte der Trainer mehr taktische Möglichkeiten. Und die sollten noch benötigt werden. Kein Team erspielte sich klare Vorteile. 11:14, 15:18, 17:18, 20:19. Konterqualitäten waren gefordert und die mobilisierte das Team aus der Ortenau. "Wir haben unser Herz in die Hand genommen", sagte Richarda Zorn.

Offenburgerinnen halten ihr Level konstant

Ihr Team konterte zum 20:22 und brachte den Vorsprung ins Ziel zum wichtigen Satzausgleich. Auch wegen des Doppelwechsels. Die Grundlage für die offene Auseinandersetzung hatte mit Franziska Fried gelegt. Ihre Qualitäten in der Annahme halfen zum Umschwung. 26 Minuten dauerte diese Auseinandersetzung. "Das war der Schlüssel zum Erfolg", urteilte Florian Völker. Zorn fügte hinzu: "Nun wusste auch Lohhof, dass wir es können – und wir wurden nun in allen Elementen überlegen."

Noch war nur das größte Unheil abgewendet. Rund 300 Zuschauer wurden erneut Zeugen eines ausgeglichenen Durchgangs. Die beiden Kontrahentinnen neutralisierten sich auf hohem Niveau. Ein klein wenig konnte der VCO die Waagschale zu seinen Gunsten beeinflussen. Die Führung wuchs auf zwei, drei Punkte. Nach dem 14:16 war der Bann gebrochen. Das 14:20 war die Vorentscheidung. Nicht nur im dritten Satz, den Offenburg 25:16 gewann. Im gesamten Spiel. Durchgang vier (25:16) diente nur noch statistischen Zwecken. "Den Unterschied machte", so Trainer Florian Völker nach dem Spiel, "der Umstand aus, dass wir unser Level in den Sätzen zwei bis vier gehalten haben. So konnte der Gegner nicht mehr mithalten."