Am Schicksal nicht verzweifelt

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Von hbl

Mi, 20. Dezember 2017

Fechten

Olympia-Fechter Rudi Maier aus Waldkirch gestorben.

FECHTEN (hbl). Rudi Maier zählte Ende der 60er Jahre zu den besten Degenfechtern Deutschlands. 1972 nahm er an den Olympischen Spielen in München teil. Doch nur wenig später endete seine Karriere als Sportler abrupt – aus nie geklärten Umständen.

Erst mit 17 Jahren kam Rudi Maier zum Fechtsport. Sepp Mack, Gründer und Trainer der Waldkircher Fechtabteilung, erkannte sein Talent – und formte Maier in kurzer Zeit zu einem der erfolgreichsten Fechter seiner Zeit. Maier wurde 1965 bei der deutschen Junioren-Meisterschaft Fünfter, drei Jahre später badischer Meister. Er focht für die Nationalmannschaft, landete bei der WM in Ankara auf Rang vier – und dann kamen die Olympischen Spiele 1972 in München.

Beim ersten Gefecht führte Maier mit 4:1, als er eine Minute vor Schluss zusammenbrach. Er schied aus, flog zurück in die Heimat, nahm weiter an Turnieren teil. Der Vorfall in München ließ ihm aber keine Ruhe. Er suchte Ärzte an der Uniklinik Freiburg auf, die ihn nach Stuttgart in eine Spezialklinik schickten. Aus der Narkose erwachte Rudi Maier als gelähmter Mann, die Ursachen blieben ungeklärt. Maier nahm das Schicksal an, arbeitete weiter als Fernmeldemechaniker, widmete sich der Imkerei. Im Alter von 72 Jahren ist Rudi Maier gestorben – ein Verlust, nicht nur für den SV Waldkirch.