Hartung ist wieder Europameister

sid

Von sid

Di, 19. Juni 2018

Fechten

Der deutsche Säbelfechter zeigt Nervenstärke in Novi Sad.

NOVI SAD/FREIBURG (dpa/gg). Säbel-Ass Max Hartung ist erneut Europameister. "Das ist eine unglaubliche Titelverteidigung von Max. Er ist wieder da", entfuhr es dem deutschen Sportdirektor Sven Ressel nach dem zweiten Gold-Coup des Dormageners.

Mit dem 15:12 im Finale von Novi Sad gegen Russlands WM-Dritten Kamil Ibragimow beendete Hartung eine längere Durststrecke, zeigte die Faust und schrie seine Freude laut heraus. Für die deutschen Säbel-Experten war es der dritte EM-Titel in Serie: 2016 hatte Benedikt Wagner gewonnen, 2017 war Hartung erfolgreich gewesen. "Ich habe vorher gesagt, dass ich den Titel verteidigen will. Aber ich habe überhaupt nicht daran geglaubt, dass das passieren würde", sagte Hartung. "Ich habe mich so gefreut: Obwohl die Saison so mittelmäßig war, ging mir das heute so leicht von der Hand."

Hartung (28) bewies mit extremer Nervenstärke, dass er auch bei der WM in einem Monat in Wuxi (China) für die anderen Weltklassefechter eine Gefahr ist. Denn in der Vorschlussrunde beim 15:14 gegen den Georgier Sandro Bazadze machte Hartung ein 12:14 wett und setzte dann wie beim 15:14 im Viertelfinale gegen Ungarns Olympiasieger Aron Szilagyi den entscheidenden Treffer. Max Hartung hat sich im Übrigen nicht nur einen Namen als Fechter gemacht, er ist auch als Funktionär aktiv. Seit Jahren gehört er der Athletenkommission des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) an, seit Februar 2017 ist er deren Vorsitzender. Außerdem ist er Mitglied im Aufsichtsrat der Stiftung Deutsche Sporthilfe.

Einen Tag nach Bronze durch den Offenbacher Weltmeisterschafts-Dritten Richard Schmidt mit dem Degen lief es für die deutschen Fechter außer Hartung nicht top. Max Hartungs Dormagener Mitstreiter Wagner setzte im Achtelfinale beim 5:15 gegen den Russen Dimitri Danilenko zu wenig Treffer und wurde Zwölfter.

Die Leverkusenerin Alexandra Ndolo als EM-Zweite von 2017 unterlag unter den Top 16 der polnischen WM-Zweiten Ewa Nelip 9:15. Als Elfte war die 31-Jährige Beste des deutschen Degenquartetts.

Enttäuschend verlief der Säbelwettbewerb für den Olympia-Achten Matyas Szabo und seinen Dormagener Vereinskollegen Richard Hübers. Szabo belegte nach einem 6:15 gegen den Italiener Luigi Samele Platz 19. Hübers verlor bereits im Feld der besten 64 mit 13:15 gegen Andrej Jagodka aus der Ukraine und kam nicht über Rang 37 hinaus.

Alexandra Ehler ist fürs Degenteam vorgesehen

Die deutsche Degen-Meisterin Beate Christmann vom FC Tauberbischofsheim schied unter den besten 32 mit 7:15 gegen Russlands Titelverteidigerin Violetta Kolobowa aus und belegte Rang 20. Monika Sozanska aus Offenbach wurde 40., die Leverkusenerin Ricarda Multerer beendete das Turnier an Position 45. Ressel: "Die Ergebnisse entsprechen den momentanen Saisonleistungen."

Bei der EM dabei ist auch Alexandra Ehler, die einst für den SV Waldkirch gefochten hat. Die Degen-Spezialistin wurde vom Deutschen Fechter-Bund für den Team-Wettbewerb nominiert, der am Donnerstag stattfinden wird. Dann dürfte die 23-jährige Ehler, deren Vater Alexander in diesem Jahr bei den Winter-Paralympics in Südkorea startete, für Ricarda Multerer eingesetzt werden.