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15. März 2010

Bahrain

Formel 1: Fehlstart in der Wüste

Michael Schumacher fährt in Bahrain auf den sechsten Rang.

  1. Ab nach Hause: Fernando Alonso mit dem Siegerpokal von Bahrain Foto: ddp

MANAMA (sid). Pechvogel Sebastian Vettel kostet ein technisches Problem den möglichen Sieg, Rückkehrer Michael Schumacher kommt bei seinem ersten Start nach 1239 Tagen auf einen unspektakulären sechsten Platz: Für die deutschen Stars hat die Formel-1-Saison 2010 in der Wüste von Bahrain mit einem Fehlstart begonnen.

Dagegen feierte Ferrari durch Neuzugang Fernando Alonso und Felipe Massa eine Wiederauferstehung und holte den ersten roten Doppelsieg seit dem 22. Juni 2008 in Magny-Cours.

"Ich habe Spaß gehabt, alles hat bestens funktioniert", sagte Schumacher und ließ sich vom Ergebnis nicht entmutigen: "Ich habe schon früher zu Saisonbeginn so große Rückstände gehabt. Ich weiß aus Erfahrung, dass das alles noch zu machen ist. Es wäre verfrüht, jetzt schon zu sagen: es geht nicht mehr. Es geht immer."

Für die hoch gewetteten Deutschen blieben lediglich die Ehrenplätze. Vettel, der zum sechsten Mal in seiner Karriere von der Pole Position gestartet war, musste sich hinter McLaren-Pilot Lewis Hamilton mit Rang vier begnügen, lag damit aber immer noch vor der deutschen Nationalmannschaft von Mercedes. Beim ersten echten Silberpfeil-Werkseinsatz seit 55 Jahren fuhren Nico Rosberg und Michael Schumacher auf die Plätze fünf und sechs.

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"Wir wissen noch nicht, was los war. Ich habe mein Auto gleich nach der Zieldurchfahrt abgestellt. Für mich bemerkbar war, dass ich keinen Dampf mehr auf der Kette hatte", sagte Vettel und vermutete, dass irgendein mechanisches Teil nicht mehr richtig funktioniert hat: "Ab und zu kam es mal zurück, aber auf der Geraden war ich einfach machtlos."

Rosberg sprach von einem guten Anfang, stellte aber auch fest: "Insgesamt war ich nicht schnell genug. Am Ende des Rennens war ich am Limit. Sobald ich in der Nähe von Sebastian war, habe ich den Abtrieb verloren und kam einfach nicht ran." Dass er das ganze Wochenende vor seinem Teamkollegen Schumacher lag, war nur ein schwacher Trost: "Wir wollen Erster und Zweiter werden und nicht Fünfter und Sechster."

Für den zweimaligen Weltmeister Alonso, der seine beiden Titel 2005 und 2006, als er jeweils auch in Bahrain triumphierte, noch gegen Schumacher geholt hatte, war es ein perfekter Einstand bei Ferrari, wo er in Schumachers Fußstapfen treten will. Der Spanier holte vor den Augen seines Königs Juan Carlos den 22. Sieg seiner Karriere und trommelte vor lauter Freude mit beiden Fäusten vor seine Brust. Der Spanier ist damit der erste Fahrer in der Geschichte der Formel 1, der 25 Punkte für einen Sieg kassierte: "Ich widme diesen Erfolg allen Menschen in Italien, den Mechanikern hier und Ferrari-Präsident Luca di Montezemolo."

Der Brasilianer Massa machte im ersten Rennen nach seiner schweren Kopfverletzung von Budapest 2009 den 80. Doppelsieg für Ferrari im 794. Formel-1-Rennen perfekt. "Das ist mein bester Saisonstart. Ich bin froh, dass ich wieder hier sein darf."

Während die Scuderia feierte, herrschte bei Red Bull Tristesse. "Das ist sehr bitter, wenn man den Sieg schon vor Augen hat. Zum Schluss haben wir nur noch Schadensbegrenzung betrieben", sagte Red-Bull-Teamchef Christian Horner, dessen zweiter Pilot Mark Webber nicht über Platz acht hinauskam. Vettel stellte sein Auto schon wenige Meter hinter der Ziellinie auf dem Grünstreifen ab.

Die restlichen deutschen Fahrer gingen auch bei der neuen Punktewertung, die WM-Zähler bis Rang zehn vergibt, komplett leer aus. Adrian Sutil verpasste durch einen Dreher schon in der ersten Kurve alle Chancen auf eine Top-10-Platzierung und wurde am Ende Zwölfter. GP2-Champion Nico Hülkenberg kam in seinem ersten Formel-1-Rennen nach einem zwischenzeitlichen Ausritt mit einer Runde Rückstand auf Rang 14. Timo Glock schied mit Neuling Virgin nach 18 Runden wegen technischer Probleme ebenso aus wie Debütant Bruno Senna, der Neffe des legendären Brasilianers Ayrton Senna.

In seinem ersten Startgetümmel nach drei Jahren vor dem Fernseher zog sich Schumacher alles in allem ganz gut aus der Affäre. In der ersten Rechtskurve setzte er sich außen neben den unmittelbar vor ihm gestarteten Webber und schob sich in der folgenden Linkskurve innen auf der besseren Linie am Australier vorbei auf Platz sechs. In seinem ersten Rennen am 25. August 1991 in Spa war Schumacher auch von Platz sieben gestartet, dann aber schon nach wenigen hundert Metern wegen eines Kupplungsschadens ausgerollt. Diesmal sah er nach 49 Runden auf dem zweitlängsten Kurs des Jahres die Zielflagge.

Autor: sid