Zweite Bundesliga

Freiburger Ringer sind im Aufwind

Georg Gulde und Thomas Fehrenbach

Von Georg Gulde & Thomas Fehrenbach

Mo, 26. September 2016

Ringen

RKG feiert in der zweiten Bundesliga einen Heimsieg gegen Westendorf / Eschbach verliert gegen Meister Wacker Burghausen.

RINGEN. Zweite Bundesliga: RKG Freiburg – TSV Westendorf 16:11. SV Eschbach – SV Burghausen 12:19. Eine der schönen Seiten beim Mannschaftsringen ist die Tatsache, dass Niederlagen persönliche Siege sein können und eben auch wie solche gefeiert werden. Am vierten Zweitliga-Kampftag waren es bei der RKG Freiburg eben auch die Verlierer, die sich freuten als ob sie gewonnen hätten. Denn in den zehn Mattenduellen vor 200 Zuschauern gegen den TSV Westendorf gab’s für die Breisgauer fünf Einzelsiege und fünf Niederlagen. Weil die Siege höher ausfielen als die Niederlagen, landete die Mannschaft mit 16:11 den zweiten Heimerfolg in Folge – und das, obwohl Freistil-Leichtgewichtler Manuel Wolfer aufgrund seines Starts bei einem internationalen Turnier fehlte.

"Kompliment an die ganze Mannschaft, jeder hat sich mächtig ins Zeug gelegt", sagte RKG-Trainer Luigi Tascillo. Nach deutlichen Einzelsiegen von Krasimir Krastanov, Pavel Burla und Viktor Reh lag Freiburg zur Halbzeit mit 11:5 Punkten vorn. Dann kamen Maximilian Remensperger, Ivan Drobny und Lukas Schöffler, die allesamt ihre Verlustpartien im Rahmen hielten. Und so konnten Ion Vasilachi sowie Rainhold Kratz mit Punktsiegen in den beiden letzten Fights den Teamsieg sicherstellen, ohne allzu großes Risiko gehen zu müssen.

Der 18-jährige Ivan Drobny hatte sich beispielsweise vorgenommen, in der Klasse bis 66 Kilo im griechisch-römischen Stil keine vier Mannschaftspunkte gegen den deutschen 59-Kilo-Meister Christopher Kramer abzugeben. Gesagt, getan. Am Ende hieß es 0:11, womit der junge Freiburger dem Gästeringer lediglich drei Teamzähler überließ. "Ich habe Kramer bei der deutschen Meisterschaft gesehen und gewusst, dass er hervorragend ausheben und den Gegner werfen kann. Also musste ich in der Bodenlage intensiv verteidigen. Das ist mir ganz gut gelungen", sagte Drobny.

Bei dem Schüler steht seit einigen Wochen das Thema Ernährung auf dem privaten Stundenplan. "Von Donnerstag an bis Samstag esse ich fast nur Hühnchenbrustfilet ohne Salz – und etwas Reis dazu." Nicht weil’s so gut schmeckt, sondern weil Drobny bis zum frühen Samstagabend drei bis vier Kilogramm abspecken muss. Warum? Weil der eigentlich fürs Leichtgewicht verpflichtete Georgier Amiran Shavadze immer noch fehlt. "Wenn man dann sein persönlich gestecktes Ziel erreicht, dann hat sich das Gewichtmachen gelohnt, auch wenn es mühsam ist", sagte Drobny. Und durfte sich von den Mannschaftskameraden wie ein Sieger feiern lassen.

Burghausener Ringer bricht sich drei Rippen

"Im Moment überwiegt die Enttäuschung, aber es werden bessere Tage kommen", sagte Wolfgang Radmacher, Trainer des Aufsteigers SV Eschbach 1967 kurz nach der Niederlage gegen den letztjährigen Meister und jetzigen Tabellenführer SV Wacker Burghausen. Doch letztlich war der Sieg der Oberbayern nie in Gefahr, die ihr Programm gegen die sich tapfer wehrenden Dreisamtäler routiniert herunterspulten. Die Gastgeber profitierten dabei auch noch von der Aufgabe des Burghauseners Halbschwergewichtlers Miroslav Geshev. Dieser hatte sich im Kampf gegen Aylin Kudret bei einer komfortablen 14:5-Führung im Eifer des Gefechts drei Rippen gebrochen und musste das Handtuch werfen.

Den farbigsten Kampf gab es im Freistil-Leichtgewicht, in dem der Eschbacher Eduard Semke die mit 350 Zuschauern gut gefüllten Halle zum Kochen brachte. Im Duell gegen Enes Akbulut feierte Semke mit 12:4-Punkten seinen ersten Sieg in der zweiten Liga und strotzte danach vor Selbstbewusstsein: "Wir haben zwar noch keine Punkte, aber nächste Wochen in Untergriesbach wollen wir die ersten einfahren". Die weiteren SVE- Mannschaftspunkte steuerten das Brüderpaar Mario und Manuel Läufer bei. In Untergriesbach feierte dann auch der georgische Bantam- und Leichtgewichtler Lasha Talakhadze sein Debüt. Der Papierkram um die Freigabe des ehemaligen Junioren-Europameisters hat nun ein glückliches Ende gefunden. Am Freitag traf er in Eschbach ein und konnte seine neuen Teamkameraden schon beobachten.