Bitteres Ende in der Himmlischen Hölle

Heidrun Simoneit

Von Heidrun Simoneit

Do, 18. Mai 2017

Golf

Männer 50 des Golfclubs Hochschwarzwald müssen sich beim Ligazählspiel nach deutlichem Trainingsrückstand mit dem vierten Platz zufrieden geben.

GOLF. Chance vertan: Ihren Heimvorteil konnte die Mannschaft vom Golfclub Hochschwarzwald beim zweiten Ligaspieltag der AK 50-Männer nicht wirklich nutzen. Im direkten Vergleich mit den Teams aus Konstanz, dem Marktgräflerland, Rheinblick und der Oberen Alp mussten sich Roland Vöstel, Franco Russo, Kurt Fischer, Alfred Heinrich, Markus Theissen und Leo Kunzelmann mit dem vierten von fünf Plätzen begnügen. 30 Golfer kämpften dabei um die Mannschaftswertung. Eine Unterspielung seines Handicaps schaffte in der Himmlischen Hölle allerdings niemand.

Bis zum bitteren Ende heißt es bei dieser Form des Wettspiels. Erst wenn der Ball im Loch ist, ist Feierabend. Ob ein Spieler ein Par 3 mit drei Schlägen oder aber zehn Schlägen schafft, macht den Reiz des Zählspiels aus. Schwächeln die Nerven oder geht ein Ball im Biotop verloren oder verschwindet im Aus, wird mit Strafschlag weitergespielt. Erst vor einer Woche war die 18 Loch-Anlage im Hochschwarzwald freigegeben worden. Der plötzliche Wintereinbruch hatte auf dem gesamten Platz schwere Spuren hinterlassen. Dementsprechend kurz oder fast unmöglich war für die Heimmannschaft die Vorbereitungszeit. Die Teams der anderen Clubs spielen dagegen auf ihren Plätzen fast ganzjährig durch. Manche der Teammitglieder der Heimmannschaft hatten den Platz in diesem Jahr noch gar nicht gespielt.

Der späte Wintereinbruch hat Spuren hinterlassen

"Bei mir im Flight war der Vorsitzende aus Konstanz. Der war so wütend, dass man ein so wichtiges Turnier bei uns in dieser Jahreszeit ansetzt und schreibt dem Verband jetzt einen entsprechenden Brief", erklärte Alfred Heinrich (HCP 15,1), der im ersten Spiel in Konstanz als bester Golfer aus dem Hochschwarzwald den dortigen Platz verließ. Jetzt aber zog er ein gnadenloses Resümee: " Ich habe meine persönlichen Erwartungen nicht erfüllt."

Leo Kunzelmann (HCP 14,2) gab ehrlich zu: "Ich habe zwei grobe Fehler gemacht, das hat viel gekostet, meine Nerven hatte ich auch nicht im Griff." Mannschaftsführer Markus Theissen (HCP 14,3) war ebenfalls nicht zufrieden mit seinem Spiel: "Ich habe schwer ins Spiel gefunden, besonders der Anfang war schwierig." Auch Roland Vöstel (HCP 14,8) ging nach 18 Loch enttäuscht vom Platz: "Ich hatte überhaupt keine Vorbereitung. Das ist bei einem Zählspiel frustrierend. Es hätte mehr drin sein können." Kurt Fischer (HCP 18,1) zog dagegen ein positives Fazit: "Durch meine Platzkenntnisse hatte ich in meinem Flight schon einen leichten Vorteil, aber zehn Schläge weniger wären auch machbar gewesen." Franco Russo (HCP 7,9) akzeptierte das Ergebnis ganz entspannt: "Ich bin mit meinem Spiel zufrieden, mein Flight war nett, das Wetter gut, der Platz ist in einem guten Zustand."

Den Platz lobten auch die Gäste: "Für die kurze Zeit haben die Greenkeeper eine tolle Arbeit gemacht, das ist wirklich sensationell." Die alten Löcher seien sehr schwer zu spielen, da sie oft nicht einsehbar seien, die neuen Löcher seien zwar kurz, aber die Grüns schwierig anzuspielen. Einhellige Meinung: Ohne Platzkenntnisse sei in der Himmlischen Hölle ein gutes Ergebnis unmöglich. Gewöhnungsbedürftig, ungewöhnlich, abwechslungsreich, landschaftlich sehr schön, mit schweren Grüns, vielen Biotopen und Ausgrenzungen – es ist eine besondere Herausforderung hier Golf zu spielen, da waren sich alle einig. Für die Spielleitung (Thomas Keilbach, Jan Hueter und Armin Vetter) war es ein ruhiges Turnier. "Knifflige Regelfragen gab es nicht", sagte Keilbach. Bereits im vergangenen Oktober habe man dem Verband allerdings die wetterbedingte Problematik der Anlage mitgeteilt, erklärte Keilbach, der für die Spielleitung im Club verantwortlich ist. Auf eine Verlegung konnte man sich aber nicht einigen.

In der Mannschaftswertung belegt das Team vom GC Hochschwarzwald nach dem zweiten Spieltag den fünften Platz. Drei Runden stehen noch aus. "Wir liegen in Schlagdistanz und holen auf", gab sich Markus Theissen bei der Ergebnisverkündung kämpferisch. Was sie können, wollen die Golfer des GC Hochschwarzwald Mitte Juni auf der Anlage des Golfclubs Obere Alp demonstrieren.