Schwierige Grüns und clevere Taktik

Heidrun Simoneit

Von Heidrun Simoneit

Di, 11. Juli 2017

Golf

Baden-Pokal startet mit 48 Nachwuchsgolfern in der Himmlischen Hölle, darunter Daniel Schuppisser sowie Marco und Tim Vetter.

GOLF. Das Grün hoch anspielen, der Ball kriegt dadurch Spin und rollt nicht weg – so sah die Taktik von Neumitglied Daniel Schuppisser beim vorgabewirksamen Baden-Pokal in der Himmlischen Hölle aus. 48 junge Golftalente aus fünf Clubs (Freiburger GC, GC Urloffen, GC Ortenau, GC Gütermann Gutach und dem GC Hochschwarzwald) gingen bei teilweise sehr heißen Temperaturen auf den Platz.

Die Kleinsten von ihnen (von Jahrgang 2010 und 2011 an) spielten im Team Orange die neuen neun Loch, vom roten Abschlag ging es für Golfer mit Jahrgang 1999 und jünger los (ebenfalls die neuen neun Löcher), während Team Gelb (mit einer Stammvorgabe bis -26,5) 18 Loch spielte. Neben Schuppisser kämpften die Brüder Marco und Tim Vetter vom GC Hochschwarzwald um ein gutes Ergebnis. Fabio Kessler, der auf der anspruchsvollen Anlage beim GC Ortenau mit einer starken Vorstellung von zwei Schlägen unter seinem Handicap als Tagessieger im Netto der Gruppe orange/grün vom Platz gegangen war, startete in der Himmlischen Hölle nicht.

Erster Turniereinsatz für Tim Vetter

Für Tim Vetter war es dagegen das erste Turnier in seiner noch jungen Laufbahn. Der Sechsjährige vom gastgebenden Club erlebte eine zeitintensive Runde, bei der er viel laufen musste und am Ende etwas enttäuscht war: "Das war anstrengend. Ich wollte gewinnen." Am Ende wurde er als jüngster Teilnehmer des Wettbewerbs mit einem Logo-Ball ausgezeichnet. Sein zwölfter Rang machte ihn aber nicht glücklich. Sein großer Bruder Marco Vetter (12) kommentierte seine Leistung mit "ich bin zufrieden". Vetter (HCP 18) kam in der Einzelwertung auf Rang 13. Besser machte es sein Clubkollege Schuppisser (HCP 20). Ihm gelang mit dem fünften Platz sogar noch eine Handicapverbesserung. Ein gutes Gefühl hatte er bereits, als er nach fast sechs Stunden vom Platz kam: "Hier gibt es viele Hügel, mit den Längen ist es auch schwierig und die Distanzen kenne ich auch noch nicht so richtig. Trotzdem glaube ich, ich habe mich heute verbessert." Ein Blick auf die Ergebnisliste bestätigte seine Vermutung: neues Handicap 19,6.

Der Baden-Cup ist aus einem Freundschaftturnier von sechs Clubs entstanden. "Der Cup bietet Anfängern eine ideale Chance, sich mit anderen auf neun Löchern zu vergleichen", sagt Jugendwart Arnim Vetter vom GC Hochschwarzwald. Bei Team Orange ging ein Begleiter als Zähler mit, der die Ergebnisse der einzelnen Spieler pro Loch notierte. Wie schwierig der Platz gerade für Kinder und Jugendliche ist, zeigte ein Blick auf die Resultate. Von 16 Spielern mit bereits jahrelanger Spielerfahrung verschlechterten sich 15 in Team Gelb. Darunter waren auch die Singlehandicaper Philipp Schwehr und Liam Rudolph vom Freiburger GC. Auch Marco Müller (HCP 5,7) vom GC Urloffen verbesserte sich auf dem anspruchsvollen Platz nicht. Zum Teil harte Grüns, dazu die Hitze, für manche Golfer ging das Spiel nicht schnell genug, andere dagegen schlenderten über den Platz, als sei es eine gemütliche Runde mit Freunden. Gewertet wurde in zwei Kategorien: Mannschaft und Einzel. Der GC Hochschwarzwald ging wegen der dünnen Jugendspielerdecke dieses Mal nicht als Mannschaft an den Start.