Grund zum Feiern in Iffezheim

Anita Birkenhofer

Von Anita Birkenhofer

Do, 23. August 2018

Reitsport

Während andernorts Rennbahnen ums Überleben kämpfen, hat die Bahn in Baden die Krise überstanden / Große Woche von Samstag an.

IFFEZHEIM. Die Rennbahn von Iffezheim feiert ihr 160-jähriges Bestehen. Kein rundes Datum zwar, aber in Zeiten, in denen das Überleben nicht mehr selbstverständlich ist, freut man sich auch über kleinere Etappen. Vor zehn Jahren noch beging der altehrwürdige Internationale Club die Feierlichkeiten zum 150. Geburtstag. Ein Jahr später trieb ihn der teure Tribünenneubau in die Insolvenz. Heute hat Deutschlands Nobelrennbahn das Gröbste überstanden. Nach langen Verhandlungen mit den Gläubigern gehören seit diesem Jahr alle Grundstücke und Tribünen der Gemeinde Iffezheim; der neue Veranstalter, Baden Racing, hat sich in der Krise bewährt. Grund genug zum Feiern.

Trotzdem ist die Lage, wie im gesamten deutschen Rennsport, prekär. Die Wettumsätze, aus denen der Rennsport wesentlich mitfinanziert wird, gehen kontinuierlich zurück, und auch die große Strukturreform, die der Dachverband des Galoppsports angekündigt hat, lässt auf sich warten. Die Rennbahnen Bremen, Neuss und Mühlheim kämpfen ums Überleben. Ihre riesigen Grundstücke inmitten von Ballungsgebieten wecken Begehrlichkeiten. Die Rennbahn Frankfurt musste dieses Jahr schließen. Auf dem Areal mit Skyline-Panorama wird der DFB eine Fußballakademie bauen. Wie gut, dass Baden-Badens Casinobetreiber Edouard Bénazet seinerzeit das kleine Iffezheim ausgewählt hat, um eine Rennbahn und drei Tribünen zu errichten, auf denen Kurgäste und Rennsportfreunde nunmehr seit 1858 Pferderennen verfolgen.

Die Faszination, die von den edlen Vollblutpferden ausging, hat 160 Jahre überdauert. Jutta Hofmeister, die Geschäftsführerin der Baden Racing, rechnet an den sechs Renntagen der Großen Woche mit 60 000 Besuchern. Sie können von diesem Samstag an 52 Rennen sehen, in denen rund 500 Pferde um 1,174 Millionen Euro Preisgeld kämpfen. Die größten Prämien und auch den größten Ruhm versprechen die sechs Gruppen-Rennen. Das erste, ein Gruppe-III-Rennen über 2000 Meter, wird gleich am Eröffnungstag ausgetragen. Am Sonntag steht Deutschlands wichtigste Sprintprüfung, die Goldene Peitsche (Gruppe II) über 1200 Meter auf dem Programm. Nach einem Listenrennen am Mittwoch wird Donnerstag das Darley-Oettingen-Rennen (Gruppe II) über 1600 Meter entschieden. Ebenfalls Gruppe-II-Status trägt der Zastrow Stutenpreis über 2400 Meter am Samstag. An diesem Tag erhalten Frauen mit Hut oder Fascinator freien Eintritt auf die Bahn.

Der zweite Sonntag wird um 12 Uhr mit einem festlichen Kutschenkorso eröffnet. Nach dem Zukunftsrennen (Gruppe III) für die besten zweijährigen Pferde des Jahres folgt als Höhepunkt des Meetings der Große Preis von Baden (Gruppe I) über 2400 Meter. Hier trifft der amtierende Derbysieger Weltstar auf den 2016 siegreichen Iquitos und starke ausländische Gegner aus dem Godolphin-Imperium des Sheikh Mohammed al Maktoum.

Mehr Informationen unter http://www.baden-racing.com