Hamilton gratuliert Rosberg: "Guter Job, Mann"

sid

Von sid

Mo, 28. November 2016

Motorsport

Auch wenn er am Ende absichtlich langsam fährt – der alte Weltmeister kann den neuen in Abu Dhabi nicht aufhalten.

Nico Rosberg ist der dritte deutsche Formel-1-Weltmeister nach Michael Schumacher und Sebastian Vettel. Der Mercedes-Pilot fuhr am Sonntag beim Saisonfinale in Abu Dhabi auf den zweiten Platz hinter seinem Mercedes-Teamkollegen und letzten Titelrivalen Lewis Hamilton (England) und gewann mit fünf Punkten Vorsprung die ersehnte Meisterschaft.

"Wir haben es geschafft! Wir haben es geschafft!", brüllte Rosberg nach dem Zieleinlauf in den Boxenfunk. "Das war kein Rennen zum Genießen für mich", sagte er in Tränen aufgelöst bei der Siegerehrung: "Ich bin froh, dass es vorbei ist, und bin voller Ekstase. Ich bin in die Fußstapfen meines Vaters getreten. Das ist ein großer Moment für mich."

Weiter zollte er Hamilton "großen Respekt. Du warst ein sehr harter Gegner." Hamilton gratulierte fair zurück, nachdem er seinem früheren Kart-Kumpel die Hand gereicht hatte: "Großer Glückwunsch an Nico für die erste Meisterschaft. Guter Job, Mann." Gleichwohl versteht sich der Brite als "moralischer Weltmeister", nachdem er 2016 mehrfach von technischen Problemen ausgebremst worden war.

Nach elf Jahren in der Königsklasse ist Rosberg nun der dritte deutsche Weltmeister nach Rekordchampion Schumacher (sieben Titel) und Sebastian Vettel (vier). Der Tagesdritte Vettel (Ferrari) landete in der Endabrechnung auf Platz vier hinter Daniel Ricciardo (Australien/Red Bull).

Mitentscheidend für Rosbergs WM-Triumph war ein entschlossenes Überholmanöver gegen den letztlich viertplatzierten Niederländer Max Verstappen (Red Bull) in der 20. Runde. Hamilton war mit zwölf Punkten Rückstand auf Rosberg in das 21. Rennen der Saison gestartet. Der WM-Spitzenreiter hätte in der hellen Wüstennacht das Podium verfehlen müssen, damit Hamilton noch eine Chance auf seinen vierten Titel gehabt hätte und damit den dritten in Folge im heißkalten Stallduell mit Rosberg gefeiert hätte. Der Brite ließ nichts unversucht.

Am Ende fuhr er sogar absichtlich langsam, um Rosberg auszubremsen und den Verfolgern die Chance zu geben, diesen zu attackieren. Mehrfach forderte die Mercedes-Box Hamilton eindringlich auf, wieder schneller zu fahren. Es half Hamilton nichts, sein vierter Sieg in Folge und sein zehnter Saison-Erfolg waren nicht genug.

Der von Platz zwei gestartete Rosberg (neun Saisonsiege) verlor den Start gegen Pole-Setter Hamilton, hielt aber alle Kontrahenten zunächst hinter sich. Verstappen fiel nach einer Kollision in der ersten Runde auf Rang 16 zurück, wurde mit einer alternativen Reifenstrategie und einer starken Fahrt aber schnell zur potenziellen Gefahr für Rosberg, der die Situation bravourös und im Stile eines Champions löste. In der zweiten Rennhälfte schloss Rosberg gar zu Hamilton auf, verzichtete aber auf einen ernsthaften Überholversuch, um kein mögliches Ausscheiden oder eine Strafe zu riskieren.