Kurze Regionalliga-Freuden

Christian Engel

Von Christian Engel

Do, 05. Juli 2018

Regionalsport Freiburg

Nach dem Abstieg in der Halle muss das Hockeyteam von 1844 auch auf dem Feld hinab in die Oberliga.

HOCKEY (chen). Regionalliga Männer: 1844 Freiburg – Münchner SC II 3:2; 1844 Freiburg – Nürnberger HTC II 1:2. Die Zeiten, in denen der Berichterstatter der Hockeyspieler von 1844 Freiburg die Artikel mit "Regionalliga Männer" beginnt, sind in Kürze vorbei. Der Abstieg ist seit vergangenem Wochenende besiegelt. Ab kommender Saison kriegen folgende Buchstaben auf der Tastatur wieder etwas mehr Fingerkuppendruck ab: O, B, E, R, L, I, G, A.

Die Ausgangslage vor dem Doppelwochenende sah so aus: Würde Heidelberg im Fernduell beide Spiele gewinnen, müsste Freiburg ebenfalls sechs Punkte holen, um am letzten Spieltag daheim gegen ebenjenes Heidelberg mit einem Sieg noch vorbeiziehen zu können und das rettende Ufer zu erreichen. Zu diesem Finale am letzten Spieltag kommt es nun allerdings nicht, weil 1844 sein Vorhaben nicht ganz optimal umsetzen konnte – und Heidelberg zweimal als Sieger vom Platz ging.

Der Auftakt ins Wochenende gelang. Freiburg lag nach 20 Minuten bereits mit 2:0 vorne, auch der Anschlusstreffer konnte dem Team den Buckel runterrutschen: Julius Hotz legte eine Viertelstunde vor Schluss mit einem satten Schuss nach. Dass München am Ende noch mal rankam, änderte nichts an der Punkteausbeute: die ersten drei waren eingetütet.

Am Sonntag gegen Nürnberg jedoch merkte man der Mannschaft von Trainer Patrick Schütze die Nervosität an. Zudem schien irgendwann auch die Kraft auszugehen. Zwar hatte Lars Burkel Freiburg in Führung gebracht, doch auf den Doppelschlag der Bayern wusste 1844 am Ende keine Antwort.

14 Punkte hat die Mannschaft in 13 Spielen gesammelt – für einen Aufsteiger absolut okay. Aber das ist für Trainer Patrick Schütze und seine Mannen natürlich nur ein schwacher Trost. Schütze ärgert besonders, dass von acht Teams drei absteigen müssen, da von oben zwei Mannschaften in die Gruppe Ost – in der sich Freiburg trotz geografisch eindeutiger Westlage befindet – runterkommen.

Sein Team, findet Patrick Schütze, habe es in der Rückrunde unter erschwerten Bedingungen gut gemacht. Die erschwerten Bedingungen haben auch Namen: Quirin von Wedel, Tobias Wagner, Valentin Wittmann und Schütze selbst – die vier, die jahrelang Stützen der Freiburger Hockeymänner waren, waren entweder fort (Wittmann, von Wedel) oder länger verletzt (Wagner, Schütze), jedenfalls nicht auf dem Platz. Und da brach viel weg, was nicht so leicht zu kompensieren war: Qualität, Ehrgeiz, Kampfgeist. "Die Truppe", sagt Schütze, der den Trainerposten zur Rückrunde übernahm, "hat sich reingehauen, und gerade die jungen Spieler haben sich enorm entwickelt." Er ist jedenfalls zuversichtlich, dass es kommende Saison in der Oberliga besser laufen wird – ob mit oder ohne Stützen.