In der Findungsphase

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Von dpa

Fr, 02. März 2018

Leichtathletik

Mit neuem Trainer will Kugelstoßer David Storl bei der Hallen-WM an alte Zeiten anknüpfen / Bronze für Hochspringer Przybylko.

BIRMINGHAM (dpa). David Storl ist wieder da. Mit seinem neuen Trainer Wilko Schaa will Deutschlands erfolgreichster Kugelstoßer der vergangenen zehn Jahre wieder angreifen. Platz sieben bei Olympia 2016 in Rio – vergessen. Zehnter bei der WM 2017 in London – abgehakt. Vor zwei Wochen holte sich der 27 Jahre alte Sachse in Dortmund seinen sechsten deutschen Hallentitel ab. Danach wärmte sich Storl auf Lanzarote für die Hallen-Weltmeisterschaften in Birmingham auf. Am Samstag (13 Uhr/MEZ) ist er dort dran.

Mit seinen 21,19 Metern von Dortmund ist Storl aktuell nur die Nummer acht der Hallen-Weltbestenliste. Doch der starke Mann, der zwischen 2007 und 2016 immer eine Medaille von internationalen Meisterschaften mitbrachte, kann zulegen. Bei der WM will er den nächsten Schritt gehen. Birmingham passt da in den Masterplan, aber in diesem Jahr zählt für den Weltmeister von 2011 und 2013 vor allem der Sommer: Mitte August muss der Leipziger in Top-Form sein – bei der EM im Berliner Olympiastadion.

"Ich hab’ mich immer schwer getan mit der Sommersaison, wenn ich die Hallensaison ausgelassen habe", erklärte Storl. "Und in diesem Jahr ist es noch umso wichtiger: Ich habe meinen Trainer gewechselt. Und das ist für mich erstmal eine Findungsphase mit ihm." Zweimal war er in der Halle schon WM-Zweiter, 2012 und 2014 – jeweils hinter seinem US-Rivalen Ryan Whiting, der auch diesmal in den Ring geht.

Seit November arbeitet Storl mit Wilko Schaa zusammen. Der Neue ist Bundestrainer Wissenschaft Wurf/Stoß und Stützpunkttrainer Leipzig/Chemnitz. Die Betreuung von Storl, der alle früheren großen Erfolge seinem langjährigen Trainer Sven Lang zu verdanken hat, betrachtet Schaa als große Herausforderung. Und er zieht den Hut vor seinem Kollegen: "Sven Lang hat super Arbeit geleistet, er hat David von der Jugend in die Weltspitze gebracht."Das Duo Storl/Schaa richtet den Blick schon nach Tokio, wo 2020 die nächsten Olympischen Spiele stattfinden. Der Trainer glaubt, dass sein Athlet bereit sei, neue Wege zu gehen. Positiv für den Neubeginn war zudem, dass Storl nach jahrelangen Schmerzen mit seinem Knie keine Probleme mehr hat. "Wenn er schmerzfrei ist", so der Trainer, "kann er alte Stärke wieder erreichen – und sich vielleicht darüber hinaus entwickeln."

Der deutsche Hochsprung-Meister Mateusz Przybylko (Leverkusen) hat am Donnerstagabend überraschend Bronze gewonnen. Der 25-Jährige überquerte 2,29 Meter und holte damit die erste deutsche Hochsprungmedaille bei einer Hallen-WM seit 29 Jahren. 1989 hatte sich Dietmar Mögenburg Silber gesichert. Es siegte der unter neutraler Flagge startende Russe Danil Lysenko mit 2,36 Metern vor Weltmeister Mutaz Essa Barshim (Katar/2,33). Im Frauen-Wettbewerb, der ohne deutsche Beteiligung stattfand, gewann Mariya Lasitskene (Neutrales Team/ 2,01Meter) vor Titelverteidigerin Vashti Cunningham (USA/1,93), Bronze holte Alessia Trost (Italien/1,93). Über 3000 Meter wurde Konstanze Klosterhalfen (Leverkusen), die lange geführt hatte, Siebte in 8:51,79 Minuten. Es siegte Genzebe Dibaba (Äthiopien/8:45,05) vor Sifan Hassan (Niederlande/8:45,68) und Laura Muir (Großbritannien/ 8:45,78).