Rückzug der Eschbacher Ringer

KOMMENTAR: Bitterer, aber richtiger Schritt

Thomas Fehrenbach

Von Thomas Fehrenbach

Mo, 28. November 2016

Ringen

Der Zweitliga-Abenteuer beim SV Eschbach 1967 ist seit Samstag nur noch Makulatur. SVE-Vorsitzende Matthias Martin zog die Reißleine und verkündete den freiwilligen Rückzug aus dem Unterhaus der Beletage. Sportlich gesehen hat der Aufsteiger aus dem Dreisamtal seine Klasse mit dem Sieg gegen das punktlose Schlusslicht SV Untergriesbach bewiesen. Doch der finanzielle Kraftakt, der zu stemmen war, bewog die Verantwortlichen, sich aus der zweiten Bundesliga zu verabschieden. "Die Eintrittskarte in die zweite Liga kostet an Gebühren und Lizenzen rund 25 000 Euro, da steht noch kein einziger Ringer auf der Matte", erklärt Martin, "und ein Dorfverein wie wir einer sind, hat es schwer, die notwendigen Sponsorengelder zu generieren". Ein vorläufiger Kassensturz förderte die finanzielle Schieflage zutage. Der Rückzug ist deshalb unumgänglich. Diese unpopuläre Maßnahme ist zwar bitter, aber vorausschauend richtig. Die Zukunft eines Spartenvereins kann nicht wegen einer Abteilung aufs Spiel gesetzt werden, dafür steht die Führungscrew in der Verantwortung, der sie gerecht werden muss. Der Deutsche Ringer-Bund will seine Strukturen ändern. Ob kleine Vereine wie Eschbach dann noch in der Bundesliga zu sehen sein werden, ist mehr als fraglich. Wahrscheinlich ist hingegen, dass die Kluft zwischen den armen und reichen Klubs immer größer und die Randsportart Ringen weiter schrumpfen wird.