FT mit Weg der kleinen Schritte

KOMMENTAR: Brav gewühlt, alter Maulwurf

Hannes Selz

Von Hannes Selz

Mo, 23. April 2018

Volleyball

Bei den Volleyballern der FT 1844 stand in dieser Saison alles im Zeichen der Politik der kleinen Schritte. Die Verantwortlichen um Manager Florian Schneider und Trainer Jakob Schönhagen personifizieren diese Idee, leisten kontinuierliche Arbeit, die auf Nachhaltigkeit ausgerichtet ist. Das Leuchtturm-Projekt, das in dieser Saison gestartet wurde, um mit den Vereinen der Region in einen regen Austausch zu treten, ist ein Beispiel. Ein weiteres ist die vereinsinterne Jugendarbeit: Die U-20-Mannschaft qualifizierte sich kürzlich für die deutsche Meisterschaft in Oldenburg. Darüber hinaus hat es Schönhagen geschafft, Jugendspieler wie Paul Botho, Tom Kaufhold und Luc Hartmann ins Team zu integrieren, auch wenn es für die drei in dieser Spielzeit noch nicht für die Starting Six reichte. Kontinuität ist gefragt bei der FT. Es werden keine vorschnellen Entscheidungen getroffen, keine Söldner verpflichtet. Das Freiburger Publikum honoriert das, strömt wie gegen Eltmann zu Hunderten in die Burdahalle und sorgt für die wohl beste Stimmung der zweiten Liga Süd. Karl Marx beschrieb 1852 eine mögliche Revolution, indem er sagte: "Brav gewühlt, alter Maulwurf." Ähnlich ist es bei der FT. Es wird keine schnelle Weltrevolution angestrebt, vielmehr wühlen sich die Freiburger häppchenweise nach oben ans Licht. Stück für Stück soll es auch tabellarisch in der zweiten Bundesliga nach oben gehen. Das Fundament ist gelegt, jetzt geht es darum, an der spielerischen Konstanz zu arbeiten und die Spitzenteams nicht wie am Samstagabend nur zu ärgern, sondern ernsthaft (und vor allem auch auswärts) in die Bredouille zu bringen. Das wäre der nächste kleine Schritt.