Formel 1

Kommentar: Der neue Weltmeister Rosberg und sein Verhältnis zu Hamilton

Andreas Strepenick

Von Andreas Strepenick

Mo, 28. November 2016

Motorsport

Sie waren einmal beste Freunde, Nico Rosberg und Lewis Hamilton. Kennen sich schon seit der Kindheit, fuhren gemeinsam Kart, unternahmen Motorradtouren, waren unzertrennlich. Was die Formel 1 mit den beiden gemacht hat, ist allerdings nicht gerade geeignet, an die These zu glauben, dass der Sport das Beste im Menschen hervorbringt: Leistung, Fairness, vorbildliches Verhalten. Rosberg und Hamilton stritten sich wie Kinder. Obwohl sie in einem Team fuhren, war vom Teamgedanken manchmal nicht viel zu erkennen. Heute gehen sich die beiden aus dem Weg, wo sie nur können. Wenn die Organisatoren der Rennserie sie nicht dazu zwängen, würden sie sich wohl nicht einmal gemeinsam auf ein Podium setzen, um den Fragen der Journalisten zu lauschen. Sie vermieden es zuletzt sogar sorgfältig, einander die Hand zu geben – ganz so, als leide der jeweils andere an einer ansteckenden Krankheit. Hamilton gönnte Rosberg nicht den ersten Titel, obwohl er selbst schon drei davon hat. Rosberg ordnete seinem Ziel, endlich ganz oben zu stehen, so ziemlich alles unter. Jetzt, da er dieses Ziel erreicht hat, findet er vielleicht auch die Ruhe und die Souveränität, die einen Formel-1-Weltmeister zu einem Vorbild machen könnten.