Ringen

KSV Rheinfelden verliert knapp

Rolf Rombach

Von Rolf Rombach

Mo, 23. Oktober 2017

Ringen

Mit 15:16 unterliegt der KSV Rheinfelden dem KSV Tennenbronn. Trainer Sascha Oswald musste kurzfristig vier Reservisten einsetzen.

RINGEN Regionalliga: KSV Rheinfelden – KSV Tennenbronn 15:16 . An Kreativität fehlt es den Verantwortlichen des KSV Rheinfelden nicht. Andererseits – was soll man machen, wenn ein Ausfall dem nächsten folgt? Beim Vorrundenabschluss des Regionalligisten gegen den Tabellenzweiten KSV Tennenbronn musste Trainer Sascha Oswald äußerst kurzfristig vier Reservisten einsetzen, sonst wäre schon an der Waage eine Niederlage zu konstatieren gewesen. Dass die Moral bei den verbliebenen Rheinfelder Ringern trotz der 15:16-Niederlage stimmt, zeigte die 14:12-Führung nach acht Kämpfen.

Erreicht wurde dies zum einen durch das beeindruckende Comeback von Eduard Frick. Der Halbschwergewichtler, der sich wenige Monate nach seiner Hüftoperation noch im Aufbau befindet, holte einen 3:0-Sieg und der Mannschaft damit zwei Zähler. Stammringer Vyacheslav Sugako musste verletzt zuschauen. Sascha Oswald beeindruckt: "Ich glaube, das hat mir mehr weh getan als Edu. Toll, was er für das Team auf sich genommen hat."

Manuel Kingani – überraschend im Freistil bis 80 Kilogramm auf der Matte – holte kurz vor dem Gong die Wertung zum 9:1 und damit drei Punkte und die Führung vor den Weltergewichtskämpfen, wo Andrius Reisch (75 F) zu Beginn der sechsten Minute den nötigen Punkt zu zwei Mannschaftszählern holte und für Begeisterung beim Anhang wie Hoffnung auf ein Remis sorgte. Doch acht Sekunden vor Schluss verdrehte Reisch sich das Knie und gab eine Zwei ab – der 5:3-Sieg somit nur noch Kosmetik, ein Punkt war zu wenig. Trotz sechs Einzelsiegen stand es final 15:16.

Es war ein symbolischer Abend für den Aufsteiger. Es war schon der dritte Saisonkampf für den KSV, der mit nur einem Punkt Differenz verloren ging. Auch in den Derbys gegen den TuS Adelhausen II lief es aus KSV-Sicht überaus unglücklich. Doppelt punkten konnte der KSV nur gegen Schlusslicht Taisersdorf und einfach gegen Mitaufsteiger KSV Schriesheim.

Der Ausfall von Mittelgewichtler Sebastian von Czenstkowski, der zwar antrat, sich aber schultern ließ, sowie die Sperre des Venezolaners Luilly Mora machen sich in den engen Kisten bemerkbar, dann wenn volle Vierer abgegeben, statt ein oder zwei Punkte gewonnen werden.

Rückrunde bringt oft massive Veränderungen in der Tabelle

Weitere Ausfälle durch Verletzte mussten kompensiert werden. Doch die verbliebenen Ringer zeigten immerhin Moral und kämpften, lernten hinzu. "Wir haben bewiesen, dass wir in der Regionalliga mithalten können", lautet Oswalds Fazit. "Unser Team gehört hierher. Aber am Ende ist es egal, ob du 0:40 oder nur mit einem Punkt verlierst." Für die Rückrunde hofft man auf eine baldige Freigabe Moras. Mit ihm und den Veränderungen durch den Stilartenwechsel bleibt ein Restoptimismus. "Fabian Wepfer kann endlich in seiner Klasse bis 66 Kilo antreten" sagt Oswald. Vor allem in der Bodenlage machte sich das Gewichtsdefizit bei ihm des Öfteren bemerkbar, wie beim Kampf gegen Tennenbronn zu sehen war: Im Stand ging er mit einem Schulterschwung 4:0 in Führung, lag aber nach der angeordneten Bodenlage durch einen Durchdreher nur noch 4:3 vorne.

Mit dem vorletzten Platz sind die Rheinfelder unter Wert eingeordnet, riesengroß ist die Hoffnung nicht: Sechs Punkte zum sicheren Nichtabstiegsplatz in acht Kämpfen sind eine Herkulesaufgabe. Doch in den vergangenen Jahren brachte die Rückrunde der Regionalliga häufig massive Veränderungen in der Tabelle. Bleibt der KSV so gesehen von weiteren Ausfällen verschont, sollte es mit etwas Glück und weiteren taktischen Überraschungen des Trainerteams Oswald/ Ajeti möglich sein, im Rennen um die Nichtabstiegsplätze mitreden zu können.