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14. August 2012

Kunterbunt und spektakulär

London verlässt die olympische Bühne und begeistert mit einer berauschenden Abschiedsshow.

  1. Rios Bürgermeister Eduardo Paes schwenkt die Olympia-Flagge. Foto: AFP

LONDON (sid/BZ). Goodbye London! Olá Rio de Janeiro! Mit einer rauschenden Party der Superlative hat sich die britische Hauptstadt von den Olympischen Spielen verabschiedet und den Staffelstab an die brasilianische Metropole übergeben.

"London war ein großartiger Gastgeber, die Spiele werden fraglos ein Vermächtnis für die Stadt, für das Land und die olympische Bewegung bleiben", sagte der im kommenden Jahr scheidende Präsident des Internationalen Olympischen-Komitees, Jacques Rogge, bevor er um 23.49 Uhr Ortszeit (00.49 Uhr MESZ) die Spiele der XXX. Olympiade offiziell für beendet erklärte. Als um Mitternacht das olympische Feuer erlosch, ging ein wehmütiges Raunen durch das mit 80 000 Zuschauern ausverkaufte Olympiastadion. "Zwar wird heute die Flamme erlöschen, nicht aber die ganz besonderen Momente und Erinnerungen, die in London geschaffen wurden", sagte Rogge.

Organisations-Chef Sebastian Coe stellte fest, dass "uns die Spiele die Welt ein wenig näher zusammengebracht und uns daran erinnert haben, dass wir eine einzige Menschheit sind." Londons Bürgermeister Boris Johnson überreichte die olympische Flagge an seinen Amtskollegen Eduardo Paes aus Rio, wo am 5. August 2016 das Feuer wieder entzündet wird.

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Genau acht Minuten lang durfte Rio andeuten, was die Welt in vier Jahren erwartet. 225 Sambatänzerinnen und Schauspieler, Popstar Marisa Monte und Topmodel Alessandra Ambrosio zeigten, was die Spiele 2016 werden sollen: bunt, aufregend, sexy.

Kunterbunt und spektakulär hatte sich zuvor auch London noch einmal präsentiert und ein Show-Feuerwerk der Sonderklasse abgebrannt. Um Punkt 21 Uhr Ortszeit (22 Uhr MESZ) eröffnete die schottische Sängerin Emeli Sandé den Reigen der Musikgrößen, gefolgt von Madness mit ihrem Gassenhauer "Our House" und dem Ex-Kinks-Chef Ray Davies, der die Londoner Hymne "Waterloo Sunset" anstimmte. Auch wurde dem ermordeten Beatle John Lennon musikalisch gedacht.

Danach strömten Tausende Sportler ins Stadion, darunter rund 300 Deutsche. Deren Flagge trug Ruderer Kristof Wilke, Steuermann des siegreichen Deutschland-Achters. Unter großem Jubel erhielt Stephen Kiprotich aus Uganda, der sensationell am Mittag den Marathon gewonnen hatte, als letzter Olympiasieger seine Goldmedaille und tanzte dann ausgelassen mit der Masse in die Nacht. Die passende Musik kam unter dem Motto "A Symphony of British Music" von einigen der größten Stars des Königreiches.

George Michael sang "Freedom", die für dieses Ereignis wiedervereinigten Spice Girls stimmten "Wannabe" an.

Oasis-Frontmann Liam Gallagher röhrte sein Wonderwall, Fat Boy Slim heizte mit "Right Here, Right Now" ein und Monty-Python-Ikone Eric Idle sorgte mit "Always Look on the Bright Side of Life" für ein riesiges Pfeifkonzert – im positivsten Sinne freilich. Bei einem der vielen Höhepunkte feuerten die Queen-Heroen Brian May und Roger Taylor ihr "We Will Rock You" in den Londoner Nachthimmel, auf der Tribüne klatschten Prinz Harry und Herzogin Kate begeistert mit. Take That – leider ohne Robbie Williams – zelebrierten "Rule the world".

Den Schlusspunkt setzten die unverwüstlichen Rock-Ikonen The Who mit einem Medley ihrer größten Hits. "See me, feel me", schmetterten Sänger Roger Daltrey und Gitarrist Pete Townshend – und die Jugend der Welt stimmte tausendfach ein.

Autor: sid


1 Kommentar

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Martin Flashar

Registriert seit: 20.08.2011

Kommentare: 19

14. August 2012 - 00:21 Uhr

Für den Bericht über die Schlussfeier und ein Résumé hätte man sich einen Kommentar der engagierten BZ-Journalisten gewünscht anstatt des Instant-Textes des Sportinformations-Dienstes. Schade!
Kein Wort liest man hier zum Beispiel davon, dass (und warum eigentlich?) fast während der gesamten Zeremonie schwere Pkw- und Lkw-Karossen durchs Stadionrund kreisten! Das ist weder "kunterbunt und spektakulär" noch irgendwie geistreich oder zukunftsweisend, sondern schlicht 'gestrige' Werbung, gesteuert von wirtschaftlichen Lobby-Interessen. Genau an diesem Punkt hätte Freiburgs kritische Frage, diejenige seiner verantwortlichen Journalisten ansetzen können und müssen.
Hoffentlich erleben wir eine solche Finaldemonstration der Automobil-Industrie in Rio nicht noch einmal!

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