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30. März 2009
Neue Gesichter, alte Probleme
Steffen Häntzschel aus Esslingen und Annette Götz aus Freiburg entscheiden den Freiburg-Marathon über 42,195 Kilometer für sich
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Gleich ist’s geschafft: Über die Güterbahnbrücke geht es dem Ziel entgegen. Foto: ACHIM_KELLER
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Marathon-Siegerin Annette Götz aus Freiburg Foto: PATRICK SEEGER
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Marathon-Sieger Steffen Häntzschel aus Esslingen Foto: ACHIM_KELLER
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2500 Kilo Bananen liegen bereit. Foto: ACHIM_KELLER
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Lauffreuden am Martinstor Foto: ACHIM_KELLER
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Die Narzissen auf dem Mittelstreifen der Berliner Allee sind der einzige Hinweis auf den nahenden Frühling. Der Tag ist kalt, was die Läufer aber nicht stört. Foto: ACHIM_KELLER
FREIBURG. Den Zuschauern mochte das nasskühle Wetter nicht gefallen haben, doch die 1936 gemeldeten Starter beim 6. Freiburg-Marathon freuten sich über die guten Bedingungen. Annette Götz vom SV Kirchzarten siegte bei den Frauen mit einer Zeit von 3:00,12 Stunden. Schnellster bei den Männern war ein Freiburg-Neuling.
"Wer ist das überhaupt?" Viele rätselten, um wen es sich bei dem Unbekannten handelte, der den diesjährigen Freiburg-Marathon für sich entschied. Die Antwort gab er bei Kilometer 10. Mit einer guten Minute Vorsprung im Rücken stellte sich der Führende schnaufend vor: "Steffen Häntzschel aus Esslingen. Ich bin zum ersten Mal in Freiburg."
Das war das Positive an der diesjährigen Auflage der Freiburger Sport- und Spaßveranstaltung: Es gab ein paar neue Gesichter zu bestaunen. Häntzschel zum Beispiel, der vom Start weg keinen Zweifel daran aufkommen ließ, wer in diesem Rennen den Sieg davon tragen würde: "Ich wollte unbedingt gewinnen." Der 27-jährige Mathematik-Student aus Esslingen baute seinen Vorsprung kontinuierlich aus. Nach 5 Kilometern waren es 40 Sekunden, nach der ersten Runde bereits satte 5 Minuten. Zu diesem Zeitpunkt sah es so aus, als könne er Gerhard Schnebles Streckenrekord von 2:27,21 Stunden unterbieten. Letztlich verfehlte Häntzschel den Rekord um exakt vier Minuten und kam bei 2:31,21 ins Ziel. Knapp neun Minuten später erreichte der Liechtensteiner Josef Vogt als Zweiter den Zielstrich. Vogt geht normalerweise nur bei Alpenmarathons an den Start: "Für mich war es hier in Freiburg eine Spur zu flach", schmunzelte er.
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Den dritten Platz belegte der 41-jährige Oliver Neumann aus München, der ebenfalls erstmals in Freiburg am Start war. Nichts Neues war es dagegen, dass der Freiburg-Marathon von den Athleten viel Lob für die ausgelassene Stimmung am Streckenrand erhielt. Unterwegs machte Steffen Häntzschel seine Mutter aus, dann wurde er von einem Hund angesprungen. Untermalt wurde das Ganze von teilweise schrägen Musikgruppen. "Ich habe alles wahrgenommen", sagte Häntzschel, "es ist aber schon eher ein Manko, dass ich mich zu sehr ablenken lasse." Tatsächlich war die Zuschauerkulisse während des morgendlichen Marathons sehr viel kleiner als beim besser besuchten Halbmarathon am Nachmittag. Da bleibt die Frage an den Veranstalter Gernot Weigl, ob nicht doch eine Zusammenlegung der beiden Läufe wie im ersten Jahr sinnvoller wäre: "Vielleicht könnte man die Zuschauer so etwas mehr konzentrieren", sagte Weigl dazu, "doch angesichts der kleinen Straßen in Freiburg halte ich es für besser, wenn wir an dem bewährten Konzept festhalten und die Veranstaltung etwas entzerren."
Der Marathon der Frauen wurde in den letzten Jahren von Birgit Bartels dominiert. Dieses Jahr jedoch war die vierfache Siegerin gar nicht erst an den Start gegangen. Das bedeutete freie Bahn für Annette Götz, die sich 2005 Bartels knapp geschlagen geben musste. Dabei hatte sich Götz erst am Samstagabend für die Teilnahme entschieden: "Ich dachte, mich hier hinzustellen und nur zuzuschauen, ist die größere Strafe als sich 42 Kilometer lang zu quälen". Lange Zeit war das Rennen der Frauen eine offener Schlagabtausch. Götz spürte zwar, dass es gut bei ihr lief, doch bis Kilometer 35 teilte sie sich die Führungsarbeit mit der aus Osnabrück angereisten Christin Kulgemeyer. "Dann musste ich aber abreißen lassen", berichtete Kulgemeyer im Ziel. Kulgemeyer wurde Zweite, schlug aber immerhin ihren Ehemann. Dritte wurde Nicole Benning aus Schwaikheim. Für das kommende Jahr bleibt zu hoffen, dass es wieder den einen oder anderen Neuling an die Startlinie lockt.
Autor: Matthias Eisele


