Rütteln am Streckenrekord

Karl-Hermann Murst

Von Karl-Hermann Murst

Di, 11. September 2018

Leichtathletik (regional)

Florian Neuschwander und Franziska Schmieder gewinnen den 13. Belchen-Berglauf.

LEICHTATHLETIK. 11,4 Kilometer stetig bergauf und kein Ende in Sicht: Der Belchen-Berglauf ist nicht nur eine Herausforderung für die Beine, sondern auch für den Kopf. Eine kleine, läuferische Tortur, 824 Meter Höhendifferenz inklusive. Wer sich an den Start begibt, der weiß freilich um die Herausforderung, und als bei der 13. Auflage die 209 Läuferinnen und Läufer auf dem Gipfel ankamen, wich die Erschöpfung. Für einen Moment waren all die Strapazen und die Freude oder der Gram über die erzielte Zeit vergessen, denn die Läuferschar wurde mit einer herrlichen Aussicht belohnt.

Ein Duo erhielt noch einen weiteren Lohn: den Tagessieg beim Belchen-Berglauf des TuS Schönau, zugleich der sechste und finale zum Schwarzwald-Berglaufpokal. In die Siegerlisten verewigten sich mit Florian Neuschwander (Spiridon Frankfurt) und Franziska Schmieder (LG Brandenkopf) zwei neue Namen.

Schon beim Start an der Schönauer Kirche hatten sich die Favoriten in der vordersten Startlinie eingereiht. Schließlich soll kein Meter verschenkt werden. Ebenfalls in vorderster Reihe stand Florian Neuschwander. Seine Laufzeiten und Erfolge – sowohl auf den Mittelstrecken als auch bei Ultra-Langstreckenläufen in den USA – deuteten an, dass der Streckenrekord beim Belchen-Berglauf wackeln könnte. Bis zur Belchenbahn Talstadion, vier Kilometer vor dem Ziel, hatte Neuschwander bereits einen deutlichen Vorsprung auf seine Verfolger herausgelaufen. Beim Anstieg hoch auf den Gipfel des Belchen zeigte der Frankfurter keine Schwächen und siegte in 49:20 Minuten. Den Streckenrekord von Markus Jenne (USC Freiburg/49:08) aus dem Jahr 2007 verpasste er nur um zwölf Sekunden.

Während der Tagesschnellste bereits die Aussicht genießen konnte, lief Bruno Schumi von der LG Brandenkopf (51:22 Minuten) als Zweiter ins Ziel. Dass der Schopfheimer seinen Kontrahenten Maximilian von Lippe (DJK Schwäbisch Gmünd, 52:19) auf Platz drei verweisen konnte, war nicht nur eine Randnotiz, es hatte entscheidenden Einfluss auf die Serienwertung des Schwarzwald-Bergpokals. Schumi schob sich im Klassement an von Lippe (1182,1 Punkte) vorbei und sicherte sich mit 1186,2 Zählern den Gesamtsieg. Schumi hatte in der Berglaufpokal-Serie den Trail21und Rosskopflauf gewonnen.

Hans-Peter Scherr (TuS Lörrach-Stetten/56:41) passierte beim Belchen-Berglauf als Gesamtneunter das Ziel und gewann die stark besetzte Altersklasse M 50. Sein Vereinskollege Max Schilling gewann die U-18-Wertung in 1:10,46 Stunden. Bei den Frauen war Franziska Schmieder (LG Brandenkopf/W 20) in den beiden Vorjahren jeweils unter die Top-Zehn gelaufen. Nach Rang vier (1:08,22) und sieben (1:06,32) gelang ihr diesmal der Sprung an die Spitze: In 1:05,38 Stunden lief sie zum Sieg. An der Talstation führte sie bereits deutlich vor Stefanie Bendels (Team Leistungsdiagnostik.de/1:08,38) und Elena Berger (SC Lauf/1:09,04).

Die Altersklasse W 40 ging an Heike Dold (Team Eggenen/1:12,50), an Heike Dieterich (LCM Rheinfelden/1:16,20) die W 60, und Erika Marquardt (Skiclub Weil/1:51,10) siegte in der W 75.