Mainz, wie es ringt und lacht

Thomas Fehrenbach

Von Thomas Fehrenbach

Mo, 23. Oktober 2017

Ringen

Die ungeschlagenen Bundesligaringer aus der Karnevalsstadt bezwingen die RKG Freiburg mit 22:5.

RINGEN. Bundesliga: RKG Freiburg – ASV Mainz 5:22. Schon im Vorfeld hatten sich die Erstliga-Ringer der RKG Freiburg wenig Siegchancen gegen den ungeschlagenen Spitzenreiter aus Mainz ausgerechnet. Sie sollten sich nicht getäuscht haben. Die Karnevalsstädter setzten sich humorlos mit 22:5 im Breisgau durch.

Es zieht sich wie ein roter Faden durch die Saison der Freiburger. In den bisherigen Heimkämpfen wurde das Konzept der RKG bereits im Vorfeld gehörig durcheinandergewirbelt und sorgte für tiefe Sorgenfalten auf der Stirn der Verantwortlichen. Kurzfristig hatte der italienische Fliegengewichtler Nicola Mengheti verletzungsbedingt abgesagt, so dass Matthias Liebherr aus der zweiten Mannschaft ran musste. "Auch mit Mengheti wären die Chancen für uns sehr gering gewesen, wir wollen den Zuschauern gute Kämpfe zeigen, und versuchen, das Beste daraus zu machen", sagte RKG-Coach Viktor Reh vor dem ersten Duell.

Der ungeschlagene Tabellenführer aus Mainz trat mit voller Kapelle in Freiburg an, und die rund 200 Zuschauer in der Vigeliushalle sahen gleich, warum die Rheinhessen die Runde klar dominieren. Matthias Liebherr (57 Kilo griechisch), der moldavische Neuzugang im Schwergewicht, Andrej Romanov, Florian Losmann (61 Kilo Freistil) sowie Maximilian Remensperger (96 Kilo griechisch) mussten am Ende ihren Gegnern zum Sieg gratulieren. Einzig RKG-Greco-Rringer Amiran Shavadze sorgte vor der Pause mit seinem Schultersieg über Ilir Sefai für die ersten Punkte auf der Freiburger Habenseite. "Ein Supereinstand von Shavadze", lobte hinterher Reh den EM-Dritten von 2014 aus Georgien. Der zweite Freiburger Erfolg, der aber auch der letzte an diesem Abend sein sollte, steuerte Freistil-Mittelgewichtler und Erstliga-Debütant Lars Schäfle mit einem 6:4-Punktsieg über Ercihan Albayrak bei. Danach hatten die Gäste das Heft wieder fest in der Hand. RKG-Neuzugang Kevin Henkel (71 Kilo Freistil), Julian Steinbach (80 Kilo griechisch), Ivan Drobny (75 Kilo griechisch) und Stefan Käppeler (75 Kilo Freistil) mussten sich trotz teils heftiger Gegenwehr den ASV-Ringern beugen.

Mit seinem Einstand nicht ganz einverstanden war Kevin Henkel. Der letztjährige deutsche Meister im Freistil-Leichtgewicht kassierte nach einer 4:0-Führung gegen den aktuellen Titelträger Tim Müller eine 5:11-Punktniederlage. "Die ersten drei Minuten liefen ganz gut, dann kam der Bruch, das darf nicht passieren", erklärte Sportsoldat Henkel mit einem Schulterzucken. Die beiden kennen sich aus Kaderlehrgängen aus dem Effeff und "meist habe ich den Kürzeren gezogen, denn er liegt mir nicht so", fügte der 23-jährige Freiburger an.

"Die Mainzer sind mit ihren Weltklasseringern eine ganz andere Hausnummer", stellte der Freiburger Übungsleiter Viktor Reh hinterher realistisch fest. Die Freiburger müssen sich auf die kommenden Aufgaben gegen Nackenheim, Urloffen und Triberg konzentrieren, um den fünften Platz, der zur Teilnahme an den Playoffs berechtigt, zu erreichen.