Mit neuer Abwehr gegen den Abstieg

Christian Engel

Von Christian Engel

Fr, 17. November 2017

Regionalsport Freiburg

Hockeyspieler von 1844 Freiburg starten in die Hallensaison / Die Regionalliga ist ausgeglichen – und stärker als vergangenes Jahr.

HOCKEY (chen). Die Hockeyspieler der FT 1844 Freiburg nehmen am Wochenende die Hallensaison in der zweite Regionalliga auf. Die Auswärtsspiele gegen ASV München und die Reserve des Münchner SC will das Team nutzen, um zu sehen, wo es steht. Das ist ja immer so die Frage in Freiburg, da Leistungsträger zu jeder neuen Saison gehen – und neue Spieler erst integriert werden müssen. Ein Überblick über Leitungsstand und die Liga.

Die Mannschaft
In Quirin von Wedel verlässt ein Leistungsträger berufsbedingt den Verein. Sechs Jahre lang kämpfte und brillierte er für 1844 auf dem Spielfeld, war dort mit seiner Routine schier unersetzlich. Gerade über die Defensive dürfte sich Spielertrainer Tobias Wagner noch das eine oder andere Mal den Kopf zerbrechen: Hauke Weiher muss aus beruflichen und familiären Gründen in der Hinrunde kürzertreten, David Ganss kommt nach einer Operation erst zur Rückrunde zurück, Valentin Wittmann fällt wegen einer Fußverletzung die gesamte Saison aus.

Von den Abwehrspielern der vergangenen Saison bleibt somit nur der neugewählte Kapitän Patrick Schütze übrig. Für ihn gilt es, die Neuzugänge einzubinden. Moritz Töppich kommt aus Bad Kreuznach, Jonathan Vogt stößt aus Esslingen dazu. "Gute Männer, aber die müssen erst langsam an das Niveau der Regionalliga herangeführt werden", sagt Kapitän Schütze. Gleiches gilt für Linus Ziegler, der in Berlin spielte. Er kann im Mittelfeld und im Sturm spielen. "Linus ist dynamisch am Ball, flexibel einsetzbar, er bringt sich gut ein", sagt Schütze.

Die Liga
Vergangene Saison war Freiburg der Underdog, den der Gegner vor allem in der Hinrunde gern mal unterschätzte. Diesen Vorteil gibt es nicht mehr. Die Saison wird schwieriger. Auch deshalb, weil die Teams der diesjährigen Regionalliga noch mal ein höheres Niveau haben. Beispiel TB Erlangen: Vor zwei Jahren spielten die Bayern in der zweiten Bundesliga. Anschließend gewannen sie in zwei Hallenzeiten nur ein einziges Spiel, stiegen zwei Mal in Folge ab. Und wenn solche Traditionsvereine wegen Misserfolgen gereizt sind, fahren sie gerne mal groß auf.

Aber auch die Aufsteiger sind enorm stark. Gegen den SV Böblingen gewann und verlor Freiburg in der Vorbereitung jeweils einmal, es waren enge Partien. Böblingen stieg mit 28 von möglichen 30 Punkten auf, ist eingespielt, diszipliniert. Gegen den ASV München konnte 1844 auf dem Feld nur knapp gewinnen. Außerdem in der überaus ausgeglichenen Liga: SSV Ulm, Mannheimer HC II, Münchner SC II und Rot-Weiß München.

Das Ziel
Die Vorbereitung auf die Saison war in Ordnung, findet Patrick Schütze. Zwei Turniere auf ordentlichem Niveau hat Freiburg im Vorfeld mitgemacht. In Ulm gab’s ordentlich auf die Apfelsinen, in Bietigheim war die Mannschaft besser in Form, verlor kein Spiel, holte den Pokal. Erschwert ist die Situation wie immer dadurch, dass nur eine Hallenzeit zur Verfügung steht, weil die Burdahalle der FT selbst nicht genau weiß, wo sie noch mehr Teams hinpacken soll.

Die Hockeyspieler trainieren dienstags von 21 bis 23 Uhr am Stock, auf diese Voraussetzung angesprochen bekommt Kapitän Schütze eine Rötung im Gesicht, als hätte er sich eine Lage Tomatenmark ins Gesicht geschmiert: "Solche Trainingszeiten sind mies", sagt er. Aber es hilft ja nichts: "Wir müssen das Beste aus dem machen, was wir haben." Als Ziel kann es nur eines geben: den Klassenerhalt.