Doppelter Rückschlag für Stefan Hagin

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Von BZ-Redaktion & Matthias Konzok

Fr, 17. August 2018

Motorsport

Wittlinger Motorsportler muss EM-Start nach Rennunfall absagen.

MOTORSPORT (BZ/zok). Mit einer unbedachten Aktion eines Konkurrenten sind für Stefan Hagin womöglich gleich zwei Titelträume geplatzt. Nach einem Rennunfall bei der UIM-F2-Weltmeisterschaft musste der Wittlinger Motorbootrennfahrer seine Teilnahme für die Europameisterschaft, die am Samstag und Sonntag im litauischen Zarasai ausgetragen wird, absagen. Am Mittwoch hätte Hagin nach Litauen aufbrechen müssen, doch die Reparatur seines Katamarans sei erst am Freitag abgeschlossen, erklärte er.

Den EM-Titel muss Hagin abhaken, und in der WM sind seine Chancen nur noch gering. Im dritten Saisonlauf im norwegischen Tonsberg hatte der Wittlinger zunächst mit dem Italiener und WM-Führenden Alberto Comparato um die Spitze gekämpft, ehe ihm nach einem Restart Ferdinand Zandbergen in die Quere kam. Der Niederländer, der zuvor schon einen Rennunfall verursacht hatte, habe im Kampf um Platz drei "an einer Wende neben Hagin eine Lücke gesehen, die keine war", teilte das Team des Wittlingers mit. Der Zusammenstoß hatte jedoch nur für Hagin Konsequenzen: Der Rennleiter sah die Schuld beim Wittlinger, disqualifizierte ihn umgehend und nahm ihn aus dem Rennen. Erst im Nachhinein habe der Rennleiter die Situation geklärt und sich bei Hagin für seine Entscheidung entschuldigt. "Ich weiß nicht, warum vor der Disqualifikation nicht erst alle Beweise gesichtet wurden. Wir haben gleich die Schuld bekommen und sind aus dem Rennen genommen worden", sagte Hagin resigniert. "Das ist auch im Nachhinein nicht mehr heilbar."

Das Punktekonto von Hagin stagniert bei zwölf Zählern, im Gesamtklassement rutschte er vom dritten auf den fünften Platz ab. Auf den zweitplatzierten Tobias Munthe-Kaas (Norwegen) fehlen ihm zwar nur zehn Punkte, doch auf Comparato ist der Rückstand auf 28 Zähler angewachsen. Maximal 40 Punkte kann der Wittlinger in den verbleibenden beiden Saisonläufen noch einfahren. "Unmöglich ist es nicht", sagte Hagin mit Blick auf seine Titelchancen, "mit viel Glück" sei der Italiener vielleicht noch abzufangen. Im Motorbootrennsport kann manchmal alles sehr schnell gehen. Hagin hat es in Norwegen am eigenen Leib erfahren.