Zur Navigation Zum Artikel

Wenn Sie sich diesen Artikel vorlesen lassen wollen benutzen Sie den Accesskey + v, zum beenden können Sie den Accesskey + z benutzen.

18. Juli 2012

Nürburgring droht das Aus

Hohe Schuldenlast / Formel 1 immer in Hockenheim?.

DÜSSELDORF (dapd). Für den Nürburgring könnte die Situation kaum verfahrener sein. Wenn am Sonntag bei dem einstigen Rivalen in Hockenheim die Startampel in der Formel 1 auf Grün steht, gehen rund um die Traditionsrennstrecke in der Eifel wohl langsam alle Lichter aus. Wie die Rhein-Zeitung in ihrer Dienstagsausgabe berichtet, werde die EU keine finanziellen Hilfen für den von der Pleite bedrohten Formel-1-Kurs erlauben. Damit seien eine Insolvenz und der teilweise oder komplette Verkauf der Rennstrecke in der Eifel unabwendbar.

Die Besitzgesellschaft der Rennstrecke, die Nürburgring GmbH, kann aufgrund ausbleibender Pachtzahlungen durch die mittlerweile gekündigten privaten Betreiber die Zinsen für den Kredit in Höhe von 330 Millionen Euro der landeseigenen Investitions- und Strukturbank (ISB) nicht mehr zahlen. Laut Zeitungsbericht ist die Nürburgring GmbH mit 413 Millionen Euro verschuldet. Der Versuch des Landes Rheinland-Pfalz, die Rennstrecke mit dem Projekt "Nürburgring 2009" und Ferienhäusern, Hotels, Kneipen und einem Freizeitpark aufzuwerten, war zuvor bereits gescheitert.

Werbung


Rotation der Formel-1-Rennen wahrscheinlich vorbei

Nach Millionenverlusten mit der Formel 1 wechseln sich Hockenheim und der Nürburgring mit der Ausrichtung des Großen Preises von Deutschland alljährlich ab. Mit dieser Rotation könnte es wegen der wirtschaftlichen Situation des Eifelkurses nun vorbei sein. Trotzdem müssten die Motorsportfans vermutlich nicht zwei Jahre bis zum nächsten Gastspiel von Weltmeister Sebastian Vettel warten, wenn das Aus für den Nürburgring tatsächlich beschlossen sein sollte.

"Sollte es so weit kommen, sehe ich eine Möglichkeit, dass die Formel 1 wieder jedes Jahr nach Hockenheim kommt", sagt Georg Seiler, der Geschäftsführer der Hockenheimring GmbH. Seiler betont, dass in diesem Fall aber alles stimmen müsse: "Die Kostenseite, der Vertrag, die Politik und vieles mehr."

Autor: dapd