Niveau für das obere Segment

Uwe Rogowski

Von Uwe Rogowski

Mo, 14. Januar 2019

Schießen

Sie waren nah dran – Weiler Bundesligaschützen verpassen Finalrunde nur knapp / Trainerin Kopp: "Mannschaft bleibt bestehen".

SPORTSCHIESSEN (uwo). Enttäuscht? Naja, sagt Helga Kopp. "Unsere Ergebnisse waren insgesamt gut." Insofern, resümierte die Trainerin des ESV Weil nach dem Saisonfinish, könne man sich wenig vorwerfen.

"Beim Michael (Schwald) ist sicherlich eine persönliche Enttäuschung da", sagte Kopp. Der Topschütze des Weiler Eisenbahner Turn- und Sportvereins hatte beim 380:381 gegen den Ludwigsburger Florian Brunner den Einzel- und Mannschaftssieg vor Augen, es hing an einer Nuance. "Trifft er im letzten Schuss die Neun, geht er ins Stechen, mit einer Zehn hätte er gewonnen", dann wäre das Mannschaftsergebnis mit 3:2 statt 2:3 in die Wertung gegangen, "dann wären wir Fünfter geworden", sagte Kopp. Ein verkraftbarer Unterschied.

So ist es am Ende der Runde Tabellenplatz sechs geworden, zwei Mannschaftspunkte, also ein Sieg, und zwei Plätze hinter der ursprünglichen Zielsetzung, die vor wenigen Wochen schon nach einem kleinen Zwischentief kaum noch erreichbar schien. Als Vierter wären die Weiler in die Finalrunde eingezogen und hätten nach 2007 zum zweiten Mal die Chance gehabt, die deutsche Meisterschaft der Luftpistolenschützen zu gewinnen. Doch es bleibt der Eindruck zurück, dass sie bewiesen haben, in der aktuellen Besetzung das Niveau für das obere Segment dieser Liga mitzubringen. Nur ein Hauch fehlte. "Knapp war es", sagt Kopp. "Wir sind sehr zufrieden mit unseren Ergebnissen", beschloss sie die Bundesliga-Runde mit einem positiven Fazit.

Ludwigsburg (2.) und die HSG München (3.) sind jeweils in die DM-Entscheidungsrunde eingezogen, und gegen beide war am letzten Saisonwochenende bei 2:3-Niederlagen ein Sieg möglich. Die addierte Summe der geschossenen Ringe gegen München sprach für die Weiler (1888:1884), vier der fünf ESV-Schützen lagen hier über ihrem Saisonschnitt, Natalie Schelken überbot mit 378 Ringen ihren Bestwert dieser Runde. Pavel Svetliks Sieg fehlte letztlich, er hatte noch am selben Tag in Pilsen, Tschechien, einen Wettkampf, mit 378 Ringen für den ESV "war er nicht zufrieden", sagte Kopp. Die Weiler Nummer zwei hätte für das 3:2 sorgen können, dann wäre die Anspannung vor dem Vergleich mit Ludwigsburg nochmal eine andere gewesen. Mit einem weiteren Sieg am Sonntag wäre der ESV noch auf Platz vier gesprungen. Doch Svetlik hatte keinen guten Tag.

So werden sie es in der kommenden Saison erneut versuchen, und die Voraussetzungen scheinen gut. "Alle haben zugesagt, die Mannschaft bleibt bestehen", sagt Helga Kopp, auch Sylvain Garconnot aus Frankreich und der Schweizer Sandro Lötscher bleiben mindestens eine weitere Runde, "und dann wollen wir es noch etwas besser machen", sagt die Trainerin.

ESV Weil – HSG München 2:3 (1888:1884 Ringe).

Schwald – Kostevych 384:383 Ringe, Svetlik – Heise 378:382, Garconnot – Todorov 380:384, Schröder – Martin 368:370, Schelken – Kunzlmann 378:365.
SGi Ludwigsburg – ESV Weil 3:2 (1895:1883 Ringe)
Brunner – Schwald 381:380, Venta – Svetlik 386:383, Goberville – Garconnot 387:375, Hochmuth – Schebesta 369:371, Potteck – Schelken 372:374.