Volleyball 2. Bundesliga Frauen

Offenburgerinnen stehen wieder an der Spitze

Wolfram Köhli

Von Wolfram Köhli

Sa, 03. Dezember 2016 um 23:08 Uhr

Volleyball

Im vorletzten Heimspiel des Jahres entledigte sich der VC Printus Offenburg mit einem 3:1-Erfolg der Pflichtaufgabe gegen den Sportbund München Ost. Der Zweitligist tat sich am Samstag aber recht schwer.

Offenburgs Trainerin Tanja Scheuer grübelte nach dem Erfolg etwas. Sie beklagte: "Wir haben wieder nicht richtig ins Spiel gefunden und im Laufe der Partie immer wieder die Konzentration verloren."

Der erste Satz scheint in dieser Spielzeit nicht die Sache des VC Printus Offenburg zu sein. Erneut tat sich die Mannschaft mit der Spieleröffnung schwer. In des Wortes doppeltem Sinn. Es harzte bei der Annahme mächtig, da den ansonsten in dieser Disziplin sicheren Akteurinnen Pia Leweling und Libera Lisa Solleder ungewohnte Fehler unterliefen. Das 10:16 war die Quittung für diese Konzentrationsfehler. Es war aber auch der Moment, der das Publikum aufweckte. Nach der technischen Auszeit änderte sich die Stimmung in der Halle bei rund 350 Fans. Der Weckruf sprang auf das Team über und mit jedem Ballwechsel veränderte sich die Kräfteverteilung auf dem Feld. Die Münchnerinnen stemmten sich gegen die Aufholjagd. Beim 18:20 konterten sie erfolgreich zum 18:22. Beim 21:23 setzte sich das erfolgreichere Blockspiel der Offenburgerinnen mit ihrer Protagonistinnen Tanya Paulin durch. Der 1,88 Meter großen Kanadierin – sie wurde zur wertvollsten Spielerin gekürt – war es auch vorbehalten, mit den letzten drei Punktgewinnen den 25:23-Satzerfolg einzutüten.

Auch im zweiten Satz kam der Erfahrung von Svenja Engelhardt eine ganz entscheidende Rolle zu. Hatte die ehemalige Nationalspielerin mit ihrer Einwechslung im ersten Durchgang schon für strukturiertere Aktionen gesorgt, kam mit ihr beim 9:13 die Akteurin ins Spiel, die dem Spiel der Offenburgerinnen den entscheidenden Drive gab. Beim 16:17 übernahm sie den Service, spielte die Münchner Libera Nadine Raß fast schwindelig, und gab erst nach sechs Aufgaben den Service ab. Der VCO führte 22:17. Das reichte als Grundlage für den 15:20 Erfolg im zweiten Durchgang.

Im dritten Satz war die Konzentration weg

Im dritten Satz war es kurzzeitig vorbei mit der Herrlichkeit der Offenburgerinnen. Sie bekamen den Hebel während des Durchgangs nicht mehr umgelegt. Die Fehler bei der Ballannahme summierten sich und raubten dem Team etwas den Mut. Beim 10:15 zeichnete sich das spätere Resultat bereits ab. Vor allem die Körpersprache der jungen Frauen sprach Bände. Und so kam es auch. Mit 17:25 ging der Satz an die Gäste.

Trotz der Niederlage hatte der Durchgang für das Spiel Bedeutung. Salomé Dikongué feierte einen Einstand, wie ihn sich die 19 Jahre alte Französin nicht besser vorstellen konnte. "Sie hat ein megageiles Spiel abgeliefert", lobte Trainerin Scheuer. Bislang waren ihre nur sporadische Einsätze vorbehalten. Die 1,86 Meter große Mittelblockerin brachte sich bei kurzen Angriffen und im Block derart bemerkbar ins Spiel ein, dass sie im finalen Durchgang von Beginn an spielte und beachtenswerte Aktionen und Reaktionen zeigte. Als Angriffszange mit Pia Leweling mischten die beiden das Geschehen auf und trugen wesentlich zum 25:19 im finalen Satz bei.