Rätselhafte Entscheidungen

Uwe Rogowski

Von Uwe Rogowski

Mo, 18. September 2017

Ringen

TuS Adelhausen verliert Bundesligakampf beim VfL Neckargartach mit 10:12 / Personalprobleme.

RINGEN Bundesliga Südwest: VfL Neckargartach – TuS Adelhausen 12:10. Es ist wie ein persönliches Schweigegelübde. Nein, sie wollen nichts über den Unparteiischen sagen, der ist tabu. Doch manchmal können die Trainer schwer an sich halten. "Das geht einfach nicht", sagte Florian Philipp, der Adelhauser Bundesligacoach, nach der 10:12-Niederlage in Neckargartach. Sie sei gespickt gewesen mit rätselhaften Entscheidungen. Insbesondere einer.

Das Duell stand auf Messers Schneide, der TuS hatte 10:6 geführt, doch nach neun Duellen stand es 10:10, die letzten sechs Minuten standen an, es knisterte, die Atmosphäre war aufgeladen. "Da hatte ich das Gefühl, der Mattenleiter wollte sich nicht in die Bredouille bringen", so Philipp.

Sascha Keller (75 Kilogramm Greco) ging erneut mit Teilruptur am Innenband auf die Matte, und zunächst sah es für ihn gegen Fabian Fritz nicht gut aus (0:6). Doch Keller kämpfte sich zurück auf 8:8, "und dann zieht er seinen Gegner auf, bekommt aber passiv angezeigt", so Philipp. Damit nicht genug, habe Kampfrichter Heiko Schiffke anschließend komplett danebengelegen. "Sascha macht eine super Kontertechnik, wird aber verwarnt." Eine Hebetechnik ("verkehrter Ausheber") seines Gegners ließ er ins Leere laufen, Keller schlüpfte mit dem Kopf zwischen den Beinen des Kontrahenten durch "und wirft ihn rüber. Eine legitime Technik", sagte Philipp – doch der Gegner punktete, und das war’s: 10:12.

In der Summe war das schwer zu verdauen für die Adelhauser. Zuletzt hatte auch noch Alexander Semisorow (66 F) wegen Syndesmoseverletzung passen müssen. Konstantin Schneider, der 0:1 verlor, verletzte sich während des Kampfes. "Wir haben neun ärztliche Befunde", sagte Philipp.

Reinier Perez, famos in die Saison gestartet, rang in der Reserve, Zelimkhan Khadjiev (80 F) nahm eine Ausländerposition ein, da Philipp so sichere Punkte in den 80 kg Freistil vermutete: "Ich habe Zelimkhan gefragt und er sagte, dass er Friev schlagen wird." Es wurde ein souveräner 2:0-Sieg.

"Eine taktische Meisterleistung", so Philipp, zeigte Michael Kaufmehl (98 F), der Ex-TuSler Stefan Kehrer mit dem Schlussgong besiegte (1:0). Greco-Phänomen Ivo Angelov (Schultersieg) war Garant für einen Vierer. "Wahnsinn, was der Mann zeigt", sagte Philipp, schon wieder etwas versöhnt. "Trotz der Problematik hatten wir keine Rumpftruppe und hätten Neckargartach besiegen können." Und, so Philipp weiter, "der Rückkampf wird ja das wichtigere Duell".