Aufgalopp für die Weltreiterspiele

Jochen Dippel

Von Jochen Dippel

Mi, 15. August 2018

Reitsport

Zahlreiche Spitzenreiter beim 62. CHI in Donaueschingen / In der Dressur startet Isabell Werth mit ihrem Toppferd Weihegold.

DONAUESCHINGEN. Ganz im Zeichen der Weltreiterspiele steht das 62. internationale Reit- und Fahrturnier (CHI) in Donaueschingen. Um dem September-Termin der Titelkämpfe im US-amerikanischen Tryon aus dem Weg zu gehen, ist die Traditionsveranstaltung im Fürstlich Fürstenbergischen Schlosspark diesmal um vier Wochen vorgerückt. Mithin werden von Donnerstag bis Sonntag zahlreiche Spitzenkönner zu besichtigen sein – in vier Disziplinen: Springen, Dressur, Viererzug-Gespannfahren und Vielseitigkeit.

Turnierchef Kaspar Funke sieht das CHI sogar als "letzte Generalprobe für viele Reiter" vor der WM. Allerdings werden jene ihre Championatspferde schonen und durchweg mit ihrer zweiten Garde an den Start gehen. So gönnt der junge Schweizer Martin Fuchs seinem WM-Ross Clooney, mit dem er im Global-Champions-Springen um den Großen Preis von Valkenswaard (Niederlande) am Samstag Siebter wurde, eine Pause und setzt stattdessen im Schlosspark auf seine jüngeren Vierbeiner Cristo und Dubai. "Beide haben aber auch schon schwere internationale Springen gewonnen", sagt der Sohn des früheren Topreiters Thomas Fuchs, der seit Kindesbeinen sein Trainer ist. "Daher rechne ich mir mit ihnen auch eine Siegchance im Großen Preis am Sonntag aus."

Weitere Topkandidaten sind für den mehrmaligen Schweizer Meister, der in diesem Jahr bereits in den Großen Preisen der Hallenturniere von Villach, Zürich und Basel triumphierte, seine beiden Landsleute, Olympiasieger Steve Guerdat und Werner Muff sowie Felix Hassmann aus dem westfälischen Lienen. "Aber die Spitze ist mittlerweile so breit, dass dafür noch etliche weitere Reiter in Frage kommen." Und dazu zählen aus Deutschland etwa Vorjahressieger Hans-Dieter Dreher aus Eimeldingen, Meredith und Markus Beerbaum sowie Janne-Friederike Meyer-Zimmermann. Zu den bekanntesten ausländischen Springreitern zählen der Olympiasieger sowie Welt- und Europameister Jeroen Dubbeldam sowie Gert-Jan Bruggink aus den Niederlanden, der Ire Cameron Hanley und der Däne Sören Pedersen.

Im Dressurviereck hingegen wollen zwei deutsche Dressurreiterinnen ihre Spitzenrösser vorstellen: Auch wenn Isabell Werth ihren WM-Titel vermutlich mit der wieder genesenen Bella Rose verteidigen will, wird sie in Donaueschingen ihre kaum schwächere Stute Weihegold noch einem letzten Formtest unterziehen. Eine finale Sichtung für das WM-Team gibt es zudem für Jessica Bredow-Werndl. Neben starker Konkurrenz aus dem Ausland werden auch Lisa Müller, Ehefrau von Fußballprofi Thomas Müller, und Mannschafts-Olympiasiegerin Ingrid Klimke im Grand Prix antreten.

Ingrid Klimke und Michael Jung starten in Geländespringen

Darüber hinaus startet Ingrid Klimke auch in ihrer Spezialdisziplin Vielseitigkeit, die nach der erfolgreichen Vorjahrespremiere zum zweiten Mal im Donaueschinger Stadion ausgetragen wird. Die Europameisterin von 2017 tritt ebenso wie der dreimalige Olympiasieger Michael Jung mit Nachwuchspferden in Geländeprüfungen an. Neben dem klassischen Geländeritt über feste Hindernisse mit abwerfbaren Teilen wurde erstmals eine kombinierte Wertung ausgeschrieben.

Nationale Meisterschaftsmedaillen in Gold, Silber und Bronze werden im Gespannfahren der Viererzüge verteilt. Vorerst lediglich für die deutschen Kutscher bei den Ponys und Pferden. Sozusagen als Generalprobe für die Europameisterschaft 2019 an gleicher Stelle. Indes fehlen diesmal die Topgespanne. "Die WM-Pferde wurden leider bereits verladen", erläutert Fahrchef Rudolf Temporini.