Ringen

RG Hausen-Zell hält Duell gegen Tennenbronn bis zum letzten Kampf offen

Uwe Rogowski

Von Uwe Rogowski

Mo, 26. September 2016

Ringen

RINGEN Regionalliga: RG Hausen-Zell – KSV Tennenbronn 15:22. Die RG Hausen-Zell zeigte sich gegen den KSV Tennenbronn wehrhaft. Am Ende war es aber ein Vierer zu wenig.

RINGEN Regionalliga: RG Hausen-Zell – KSV Tennenbronn 15:22. Die RG Hausen-Zell zeigte sich gegen den KSV Tennenbronn wehrhaft. Am Ende war es aber ein Vierer zu wenig.

Es gibt da diese Momente im Sport, die alles drehen können. Der Wettkampf dümpelt dahin, der Sieger scheint festzustehen, doch dann reicht eine Szene, eine spektakuläre Aktion, um wieder Leben in das Geschehen zu bringen. Ein Anschlusstor oder hartes Tackling beim Fußball. Ein Ausreißversuch beim Radsport. Oder ein Schultersieg beim Ringen.

Als Patrick Sutter beim Regionalliga-Heimkampf gegen Tennenbronn als Vorletzter seines Teams auf die Matte schreitet, hat sich der Geräuschpegel in der Hausener Festhalle abgeschwächt. Es läuft nicht für die RG Hausen-Zell, die Gäste führen 18:11, aus dem VIP-Bereich schallen angeregte Unterhaltungen herüber. Und auch Sutter muss schnell Wertungen des Gegners zum 0:4 hinnehmen. War’s das? Der dynamische 75-Kilo-Freistiler bleibt hartnäckig, hat den Tennenbronner Luca Lehmann plötzlich fast auf dem Rücken liegen, es wird lauter in der Halle – aber zu früh gefreut. Noch. Denn als bereits fast 5:20 Minuten von der Uhr sind, greift Sutter nochmal an, legt sich seinen Gegner zurecht. Nur noch zwei, drei Finger breit sind es zwischen Schulter und Boden, die Zuschauer lärmen, schreien, Lehmann wehrt sich nach Kräften. RG-Coach Florian Hassler will scheinbar zu Hilfe eilen, springt fast auf die Matte, es scheint, als wolle er den Tennenbronner persönlich mit nach unten drücken – doch dann geht es auch so, Sutters 4:0-Sieg ist perfekt. Die Zuschauer toben, Sutter posiert mit Siegergeste vor den Rängen – nur noch 15:18. "Ein guter Kampf. Ich habe ihm zugetraut, zu gewinnen", sagte Trainer Adrian Recorean.

Die RG hatte ihren angestammten Freistil-Akteur für die 75-Kilo vermisst: Laszlo Szabolcs musste seinen Polizei-Dienst verrichten. Doch Sutter war ein Ersatz, wie er an dem Tag nicht besser sein konnte. Die Krux allerdings: Zum Mannschaftssieg reichte es dennoch nicht. Eric Ritter konnte zum Abschluss im 75-Kilo-Greco kaum gegenhalten, er verlor nach nur 1:38 Minute per Schulterniederlage – und das war exemplarisch, wie Hassler befand: "Wir haben zu viele Kämpfe mit 0:4 abgegeben", sagte der Coach.

Nach fünf Kämpfen stand es 4:14, am Ende holten die nun schon im dritten Kampf in Folge unbesiegten Gäste vier Vierer, die RG allerdings auch deren drei. Dennoch befand Hassler, der am Sonntag seine Prüfung zur Trainer-C-Lizenz machte: "Entscheidend ist manchmal nicht die Vier, sondern niedrig zu verlieren." Da fehle es beim einen oder anderen "an der Cleverness". Allerdings hielt sich sein Groll in Grenzen: "Ich wusste, dass Tennenbronn uns nicht liegt." Die Niederlage zuvor in Taisersdorf "liegt mir dagegen immer noch im Magen", sagte Hassler.

Recorean, Alin Alexuc-Ciuraiu und Alexander Rümmele hatten alles im Griff gehabt. Rümmele machte kurzen Prozess, Recorean verfehlte in der 86-Freistilklasse beim Abnützungskampf gegen Timo-Marcel Nagel dagegen einen klareren Sieg. Nagel versuchte nur, die Niederlage in Grenzen zu halten – mit Erfolg. Ciuraiu wurde im Duell der Olympia-Teilnehmer gegen seinen um knapp 20 Kilo schwereren Gegner vor keine Probleme gestellt. Er distanzierte Dimitar Kumchev mit Durchdreher-Serien und siegte technisch überlegen – nach 114 Sekunden.

Ergebnisse, 57 Kilo Freistil: Denner – Robin Moosmann 0:3 (Punktsieg); 130 Kilo Greco: Alexuc-Ciuraiu – Kumchev 4:0 (technisch überlegen); 61 G: Ackermann – Peter Lehmann 0:4 (Schultersieg); 98 F: Hauschel – Bechtel 0:3 (PS); 66 F: Rapp – Timo Moosmann 0:4 (TÜ); 86 G: Rümmele – Götz 4:0 (TÜ); 66 G: Blum – Stockburger 0:4 (SS); 86 F: Recorean – Nagel 3:0 (PS); 75 F: Sutter – Luca Lehmann 4:0 (SS); 75 G: Ritter – Reiner 0:4 (SS).