Rheinwasser unter den Ruderblättern

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Do, 17. November 2016

Rudern und Kanu

Beim Basel Head am Samstag zählen die Ruderer des Deutschlandachters zu den Mitfavoriten / Eine der "größten und bedeutendsten Achterregatten in Europa".

RUDERN (BZ/uwo). Am Samstag wird es auf dem Rhein in Basel wieder voll. Bis zu 126 Boote werden bei der internationalen Ruderregatta Basel Head zu Wasser gelassen. Erstmals dabei: der Deutschlandachter.

Die deutsche Königsflotte der Ruderer war bislang Jahr für Jahr unpässlich gewesen, wenn das Basel Head rief. Die Saisonplanung sah andere Prioritäten vor. Doch am Basler Rennen ist kaum noch vorbeizukommen, es ist das größte Achterrennen im deutschsprachigen Raum. Das Renommee ist seit der Premiere im Jahr 2010 kontinuierlich gestiegen.

Es klingt Stolz durch, wenn das Organisationskomitee um Sabine Horvath kommuniziert: "Die internationale Ruderregatta Basel Head gehört zu den größten und bedeutendsten Achterregatten in Europa." Im deutschen Boot, das im Eliterennen startet, werden mit Martin Sauer, Felix Drahotta, Malte Jakschick und Richard Schmidt vier Silbermedaillen-Gewinner der Olympischen Spiele in Brasilien 2016 sitzen, ergänzt durch weitere Olympia-Starter. Basel Head sei "ein guter Anreiz, um wieder mehr zu trainieren", sagt Maximilian Planer, der vor zwei Jahren mit dem Deutschlandachter Vizeweltmeister und Europameister geworden ist. Favoriten sind allerdings andere.

Diese Rolle kommt den Schweizern um Olympiasieger Simon Niepmann aus Grenzach-Wyhlen zu, der im Vorjahr mit dem Leichtgewichtsachter vor dem Schwergewicht der Eidgenossen gewann. Mit Niepmann am Schlag geht der Vorjahressieger als erstes Boot auf das Wasser, ist sozusagen "the Head of the River", der Kopf des Rennens.

Die klassische Langstrecke führt in Basel über 6,4 Kilometer mit einer anspruchsvollen bis berüchtigten 180-Grad-Wende bei Streckenhälfte. Das Rennen führt mitten durch die Innenstadt unter drei Brücken hindurch und es verlangt von Ruderern wie Steuerleuten viel Können und Geschick.

Die Steuerleute müssen die möglichst optimalen Fahrkurven, die beste Linie finden und ihr Boot idealerweise zu einer Fahrt ohne unnötige Kurven navigieren. Immerhin sind sie heutzutage dank der Cox-Box, einer Sprechanlage, auch für den letzten im Boot gut zu verstehen.

Basel Head ist ein klassisches Verfolgungsrennen, die Boote starten zeitversetzt. Die Elite-Achter nehmen das Rennen um 14 Uhr in engem Zeitabstand bei der Klingentalfähre auf und sie werden bis zur Hälfte die meisten Körner benötigen. Denn zunächst rudern sie rheinaufwärts. Nach der Wende geht es abwärts. Damit alles nachvollziehbar ist, sind die Boote mit GPS-Sendern versehen.

Ambitionen auf den Tagessieg dürfte auch die französische National-Equipe des Leistungszentrums Nancy haben, die in Basel bereits mehrfach das Rheinwasser unter die Ruderblätter genommen hat und Siege feierte. Zum weiteren Favoritenkreis gehört der niederländische Achter, der in Rio hinter Deutschland Bronze gewann sowie der Crefelder Ruder-Club.

Bei den Frauen werden die mehrmaligen Siegerinnen Slavia Prag (Tschechien) von den Booten Schweiz, Frankreich und Deutschland herausgefordert. Auch Juniorenkategorien werden ausgefahren. Für die erstmalige Sprintwertung (10.30 Uhr/500 Meter) und die Langstrecke sind 126 Boote aus sieben Nationen gemeldet. Mitveranstalter sind im Trinationalen Regattaverein Basel auch die Ruderclubs aus Rheinfelden und Grenzach. Zu tun gibt es einiges. Basel Head ist eine Großveranstaltung. Im Vorjahr verfolgten 10 000 Zuschauer die Rennen.

Zeitplan, 10.30 Uhr: Sprint Frauen, Männer (500 m). 14 Uhr: Hauptrennen (6,4 km, Start/Ziel: Klingentalfähre). Es sind nur Heck gesteuerte Achterboote zugelassen.