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14. April 2012
Eine Begeisterung, die ohne Vorbilder auskommt
NACHGEFRAGT: Der Lahrer Gymnasiast Patrick Allgeier ist Deutscher B-Jugend-Meister im Ringen.
RINGEN. "Unter die ersten sechs wollte ich schon kommen", sagt Patrick Allgeier. Der Zwölfjährige Lahrer nahm am letzten Märzwochenende erstmals an der Deutschen Ringer-Jugendmeisterschaft teil und erkämpfte zu seiner eigenen Überraschung gegen 13 Mitbewerber in der B-Jugend auf Anhieb den Titel.
"Gut" antwortete er kurz auf die Frage, wie er sich mit diesem Titel nun fühle. Große Reden sind seine Sache nicht. Auch im Max-Planck-Gymnasium, wo er die sechste Klasse besucht, wüssten nicht viele, dass er überhaupt ringe, erzählt seine Mutter Claudia. Dabei hat Patrick schon mit sechs Jahren bei der RG Lahr mit dem Kampfsport begonnen. Ein Nachbar, selbst aktiver Ringer, hatte es ihm damals vorgeschlagen. So hatte er sich zusammen mit seiner Mutter und Vater Ferrit Kellouche das Training angesehen und ist dort hängengeblieben. Auch Fußball spielt Patrick nebenher bei der Spielvereinigung, doch noch mehr als am runden Leder, so sagt er, hänge sein Herz am Ringen.
Trotz aller Begeisterung – Vorbilder hat er keine, wie er selbst sagt. "Patrick interessiert sich für den Sport an sich, nicht so sehr für die Sportler", erklärt die Mutter. Auch in der Schule steht der Sport an oberster Stelle. "Dann kommt lange nichts mehr", sagt Mutter Claudia und lacht.
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Badminton, Tischtennis und Skifahren gehört ebenfalls zum Freizeitprogramm ihres Sohnes, wenn er nicht gerade vor dem PC sitzt. Gerne verbringt er die Zeit auch mit Angeln und Fischen, besonders im Urlaub, wie sein Vater berichtet. "Es geht ihm nicht darum, die Tiere zu töten, er lässt sie immer gleich wieder frei. Doch es macht ihm Spaß, die Tiere zu überlisten."
Neben etlichen Urkunden und Medaillen, die eine Wand im Esszimmer zieren, hängen teils großformatige Kinderzeichnungen. "Die hat er alle in der Kindergartenzeit gemalt", sagt Claudia Allgeier. Doch mit dem Schulbeginn habe die Leidenschaft aufgehört, und Patrick lässt sich nicht gerne an dieses Hobby erinnern.
Nachdem er nun altersbedingt erstmals an einer Deutschen Ringermeisterschaft teilnehmen durfte, stellt die Wiederholung dieses Erlebnisses im nächsten Jahr eines seiner obersten Ziele dar. 950 Kilometer lang war die Anfahrt bis nach Torgelow, ein Städtchen mit knapp 10 000 Einwohnern in der Nähe von Greifswald. Gemeinsam mit den Eltern war Patrick im Mannschaftsbus zusammen mit anderen Startern aus Südbaden unterwegs, erzählt Ferrit Kellouche. "Schon das war ein tolles Erlebnis für ihn. Und auf dem Rückweg wurde groß gefeiert."
Autor: W. Künstle



