Zur Navigation Zum Artikel

Wenn Sie sich diesen Artikel vorlesen lassen wollen benutzen Sie den Accesskey + v, zum beenden können Sie den Accesskey + z benutzen.

22. Mai 2012

Knosp spricht von Abzocke durch den Weltverband

Verbandspräsident geißelt Fehlentwicklungen im Ringen.

  1. Klare Worte: Martin Knosp, Chef der südbadischen Ringer Foto: dippel

RINGEN (lohe/BZ). Die Finanzen sind in Ordnung, die Nachwuchsarbeit stimmt. Im südbadischen Ringerverband (SBRV) müsste eigentlich eitel Sonnenschein herrschen; doch Verbandspräsident Martin Knosp (Urloffen) kam bei der Hauptausschuss-Sitzung in Gutach-Siegelau nicht umhin, auf einige Fehlentwicklungen im nationalen und internationalen Wettkampfbetrieb zu verweisen.

Dass Südbaden durch einen famosen Endspurt bei der B-Jugend die Länderwertung aller deutschen Einzelmeisterschaften 2012 mit 629 Punkten vor Bayern (627) und Württemberg (617) gewann, führte Knosp auf die hervorragende Arbeit in den Vereinen und am Olympiastützpunkt Freiburg zurück. Nur die unbefriedigende Teilnehmerzahl bei den südbadischen Meisterschaften der Männer tadelte der Präsident. Die DM der Männer und Frauen im freien Stil bezeichnete der Verbandschef als Armutszeugnis. Ausschlaggebend seien insbesondere das Fehlen von Top-Athleten, die geringen Teilnehmerzahlen sowie das Wettkampfsystem gewesen.

Der Deutsche Ringerbund (DRB) neigt nach Knosps Auffassung immer mehr dazu, Sportler wie jüngst bei den Olympia-Qualifikationsturnieren auf Landeskosten einzuladen. Dies sei für ihn nicht nachvollziehbar, da es sich der DRB erlaube, einen riesigen Trainer- und Betreuerstab zu finanzieren. Auch der Ringerweltverband FILA falle durch unnötige Abzocke auf. Der jüngste Beschluss, künftig bei FILA-Turnieren von Kadetten besondere Startmarken zu verlangen, führe aufgrund der finanziellen Belastung für die Verbände dazu, dass solche Wettkämpfe nur noch spärlich besucht werden.

Werbung


Im Mannschaftsringen beobachtet Knosp, dass sich der Trend der Spitzenclubs, die Nachwuchsförderung zu vernachlässigen und lieber ausländische Athleten zu verpflichteten, auch in den Ligen des Verbandes fortsetzt. Hier steuert der SBRV durch eine Beschränkung des Einsatzes von nichtdeutschen Sportlern dagegen. Dass mögliche Änderungen der Kampfregeln nach den Olympischen Spielen bereits in der im September beginnenden Runde umgesetzt werden, hält der Urloffener nicht für unrealistisch.

Autor: lohe


0 Kommentare

Damit Sie Artikel auf badische-zeitung.de kommentieren können, müssen Sie sich bitte einmalig bei Meine BZ registrieren. Bitte beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.



Weitere Artikel: Ringen